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A schware Partie - Teil 2

In Teil zwei des Saisonrückblicks widme ich mich dem Frühjahr 2019: Die rote Laterne überwinterte in der Südstadt, wo deshalb auch gehandelt wurde, um den drohenden Abstieg zu verhindern. Mit Christoph Schösswendter wurde ein Spieler aus Berlin zurückgeholt, der seine Qualitäten bereits beim Klub unter Beweis gestellt hatte. Unbekannt war für die Fans der Name Kolja Pusch – der "10er" wurde von Heidenheim fürs Frühjahr ausgeborgt. Dazu lehnte Admira Wacker ein 1,5 Millionen hohes Angebot aus Wien für Sasa Kalajdzic ab, er wurde für die ‚Mission Klassenerhalt‘ benötigt. Ebenso wie Kapitän Daniel Toth, der in sein elftes Kalenderjahr für die Südstädter startete.

 

Und gestartet ist sein Team sehr gut: Innsbruck wurde mit 3:0 abgefertigt, Pippo Schmidt schloss mit einem Doppelpack an den Herbst an. Überschattet war der Sieg von der schweren Verletzung Bjarne Thoelkes, dessen Ersatz Emmanuel Aiwu traf danach zum ersten Mal in der Liga. Weiter ging es mit einem 1:0-Erfolg in Altach, Schmidt traf nach optimaler Vorarbeit von Kalajdzic. Im  vorletzten Match des Grunddurchganges durften die Fans in der Südstadt einen besonderen Sieg feiern – nämlich ein 3:2 gegen den Landesrivalen SKN. Wieder war Kalajdzic einmal erfolgreich, dazu "doppelpackte" diesmal Aiwu – besonders der Siegtreffer in Minute 94 wurde umjubelt, nachdem der Ausgleich in der 92. Spielminute gefallen war.

 

In Wolfsberg zitterten sich die Gastgeber mit Hilfe des Schiris in das Obere Play-Off: Die schnelle Führung des WAC drehten die Gäste durch Kalajdzic und Zwierschitz, waren gegen die nervösen Hausherren klar überlegen. Doch Kalajdzic wurde sehr hart zweimal mit der gelben Karte bedacht, musste frühzeitig duschen gehen und fehlte daher zum Play-Off-Auftakt. Der WAC wurde schließlich 3. und qualifizierte sich dadurch direkt für die EL-Gruppenphase, obwohl die Teilnahme am Meister-Play-Off am seidenen Faden hing. Dass Admira Wacker im Unteren Play-Off spielen würde, war vorher schon klar, danach auch sowohl Rang als auch die halbierte Punktzahl 10.

Der gut gefüllte Gästesektor im Allianz Stadion

Damit ging es zum Auftakt des Play-Offs nach Hütteldorf, wo aber wieder nix zu holen war, weil die Mannschaft entgegen der letzten Spiele sehr mut- und zahnlos auftrat. Das folgende 1:1 daheim gegen Altach war auch dem Eigentor der Vorarlberger zu verdanken. Damit waren die Südstädter wieder Letzter, in Innsbruck enorm gefordert. Doch sie hielten dem Druck stand, besiegten den Wacker mit 3:1. Kalajdzic traf zweimal, Pusch legte zweimal auf, am Ende traf sogar Marin Jakolis wieder einmal. Am Karsamstag dann die nächste enorm wichtige Partie gegen Hartberg: Beim 2:1 trafen Pusch per Elfer und Kalajdzic. "Der Lange" gewann gemeinsam mit Schmidt auch die interne Torschützenliste, sie trafen jeweils 8mal. 4 Treffer erzielten Zwierschitz und Bakis, 3 Aiwu. Bei den Assists hatte ebenfalls Kalajdzic mit 5 gemeinsam mit Zwierschitz die Nase vorne, je 4 Tore legten Toth und Pusch auf, 3 Assists gaben Vorsager, Hjulmand und Sahanek.

 

Den Schwung aus diesen beiden Siegen konnte die Elf von Reiner Geyer aber nicht in die zwei Duelle mit Mattersburg mitnehmen: Beim 0:2 daheim war man klar unterlegen, immerhin erkämpfte man sich dann eine 1:1 im Burgenland – Sinan Bakis war der Torschütze. Ein Spektakel gab es dann daheim gegen die Grünen – zur Pause bereits 0:3 hinten und abgeschrieben, glichen die Schwarz-weiß-roten durch Kalajdzic und die zwei BL-Torschützen-Debütanten Marcus Maier und Milos Spasic aus. Just Dibon verdarb aber mit seinem mehr als unnötigen Tor die Party. Eine solche konnte in Altach zwar auch nicht gefeiert werden, aber zumindest ein Zähler beim 2:2 mitgenommen werden- kurios, dass wieder ein Treffer durch ein Eigentor der Vorarlberger fiel. Nach einem Standard, nach solchen trafen die Südstädter insgesamt 21mal in dieser Saison – 10mal nach Freistößen alleine im Frühjahr.

 

Nun ging es gegen Innsbruck ans Eingemachte! In der Südstadt wurde der Red day ausgerufen, eine durchaus ordentliche Anzahl an Fans unterstützte ihr Team beim letzten Schritt zum Klassenerhalt. Den machten die Südstädter mit einem 3:2-Erfolg durch Treffer von Pusch, Kalajdzic (die beiden hatten jeweils auch einen Assist zu verzeichnen) und Schmidt. Danach wurde bis ins Morgengrauen gefeiert, die ‚Panther‘ haben es wieder einmal geschafft, die Klasse zu halten. Die abschließende 1:3-Pleite in Hartberg störte dann kaum jemand, auch dort wurde mehr gefeiert als das Spiel geschaut. Am Ende konnten sich die Steirer dem Fest anschließen, sie schafften mit dem Sieg den Klassenerhalt, Innsbruck stieg ab. Damit war Admira Wacker der größte Profiteur der Ligareform, genau jene beiden Klubs, die aufgestiegen waren, ließ man auf den beiden aufgestockten Rängen hinter sich. Vor allem auf Grund der direkten Duelle, 6 der insgesamt 8 Siege gelangen gegen die Aufsteiger.

Wieder eine tolle Choreografie der Admirafans in der Fankurve des Südstadt-Stadions

Andi Leitner war alle 32 Spiele im Einsatz, gefolgt von Toth und Vorsager mit jeweils 30, Zwierschitz und Hjulmand spielten 29mal. Fabio Strauss brachte es nach seiner langen Verletzungspause immerhin auf eine Spielminute. In der Saison 2018/19 wurden gegen Jakolis, Kalajdzic und Malicsek gelb-rote Karten vergeben, von den insgesamt 65 gelben Karten fielen jeweils 8 auf Vorsager, Maier und Aiwu, Zwierschitz wurde 7mal verwarnt. Auswärts wurde um ein Punkt mehr erzielt als daheim, das war vor allem dem heimsieglosen Herbst zu verdanken.

 

Nach der "schwaren Partie" begab sich das Team rund um Reiner Geyer in den Urlaub, mit Ausnahme von Pippo Schmidt (auf Abruf) und Sasa Kalajdzic, der heute Montag (18.30) mit Österreichs U 21 bei der EM in Triest auf Serbien trifft. Der dort ansässige Klub US Triestina schaffte im entscheidenden Play-Off gegen Pisa leider nicht den Aufstieg in die Serie B und bleibt weiter drittklassig. Die beiden weiteren Gruppenspiele finden in Udine statt, am Donnerstag um 18:30 gegen Dänemark und am Sonntag um 20:30 gegen Deutschland. Natürlich wollen sich alle aus dieser Elf einerseits ins Schaufenster für eventuelle Transfers stellen, weiters ist für jeden Kicker das A-Team ein Ziel.

Andi Leitner zeigt sich zufrieden mit seiner Bilanz im Spieljahr 2018/2019
Foto via sportpictures.at

Dieses trat nach dem Sieg gegen Slowenien am vergangenen Montag in Nord-Mazedonien an. Und machte sich dank eines Missverständnisses zwischen Hinteregger und Lindner, aus dem ein Eigentor resultierte als klar überlegene Mannschaft "a schware Partie". Bereits vor diesem Lapsus wurden zahlreiche gute Chancen vergeben, derer folgten noch einige weitere. Bis Lazaro kurz vor Seitenwechsel sehenswert traf. Der aus der Südstädter Akademie stammende Sabitzer stand in der Startformation, mit Posch kam ein weiterer Ex-Admiraner zur Pause. Und wirkte am 1:4 – Auswärtssieg mit, die weiteren Treffer zum hochverdienten Erfolg erzielten Arnautovic per Doppelpack und Bejtulai mit einem Eigentor. Damit ist die Foda-Elf wieder im Rennen um die Euro, die nächsten Spiele finden im September statt, am 6. in Salzburg gegen Lettland und am 9. in Polen.

Nun befinden sich die Teamspieler nach einer sehr langen Saison im Urlaub, der ab Dienstag für die Kicker von Admira Wacker nach 3 Wochen schon wieder vorbei ist. Sie trafen einander mit den drei bereits bekannten Neuen Haas, Kerschbaum und Meniger zum Trainingsauftakt. Dazu kam mit Leonardo Lukacevic (20) ein Linksverteidiger leihweise (mit Kaufoption) aus Grödig in die Südstadt. Wo am vergangenen Freitag die Champions Trophy mit der Begegnung Admira Wacker gegen Chinese Football Boys eröffnet wurde – Endstand 0:1. Den Turniersieg holte sich der Sunderland FC, bei den Girls siegte Juventus FC. Die etwas älteren Girls der österreichischen Nationalmannschaft treffen heute Montag um 20:30 in der Südstadt auf die Auswahl der Slowakei. 

 

Für Reiner Geyers Mannen beginnt nun die harte Vorbereitung, irgendwie auch "a schware Partie". Partien werden auch einige stattfinden, die erste am 29. Juni gegen SV Draßmarkt (Draßmarkt, 17:30 Uhr). Noch nicht bekannt sind die Termine der Auslosungen für Cup und Meisterschaft – gestartet wird jedenfalls vom 19.- 21.7. (Cup) und eine Woche später die Meisterschaft. Natürlich wünschen sich alle in der Südstadt, dass die kommende Saison nicht so "a schware Partie" wird wie die vergangene – wenn sie aber unterm Strich so ausgeht, könnte man damit auch gut leben. Über die Vorbereitung, eventuelle weitere Transfers und die U 21-EM hält sie weiterhin die Kurvenlage auf dem Laufenden!

 

Forza "a zweite schware Partie"! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

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