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Dorfklubs

"Mia kummen aus‘m Dorf aus der großen Stadt und san daham in der Stadt, die Dorf im Namen hat." Mit diesem Satz beschreibe ich den Ursprung von Admira aus Wien-Floridsdorf und die aktuelle Heimat in Maria Enzersdorf – Südstadt. Nicht nur deshalb bin ich grundsätzlich ein Fan von den oft belächelten "Dorfklubs". Denn in einer großen Stadt, mit riesigem Zuschauerpotential und entsprechender Unterstützung der Kommune lässt sich leicht einer auf "Großklub" machen. Obwohl in Wien aktuell das Gegenteil bewiesen wird. Doch das soll nicht das Thema sein, viel mehr jene Vereine, die mit geringem Budget auskommen müssen und in ihrer Region gut verankert sind.

 

Damit meine ich nicht Sternschnuppen wie Grödig oder Pasching, bei denen es keine Nachhaltigkeit gab, auch Wattens und Hartberg zähle ich nicht dazu. Wobei Letztere auf einem durchaus guten Weg sind. Paradebeispiele sind Klubs wie Altach, die SV Ried, der WAC, der SV Mattersburg und mit der leichten Einschränkung des Ballungsraumes Wien auch Admira Wacker. Dort wird der Nachwuchs gepflegt, herrscht mittel- bis langfristiges Denken und vor allem wird realistisch und vernünftig gewirtschaftet. SVM-Präsident Puchers Aussage, dass ein Klub wie seiner eigentlich gar nicht in die erste Liga gehört und man immer mit einem Abstieg rechnen muss, imponierte mir schon vor Jahren. Mit dieser Einstellung gelang den Burgenländern nach dem Abstieg auch wieder der Aufstieg.

Seabstian Bauer im Zweikampf mit dem Mattersburger Spieler beim Spiel in der Südstadt

Nun spielen sie wie bekannt im Abstiegs-Play-Off und waren in der Vorwoche zweimal der Gegner der Südstädter. Die daheim nie zu ihrem Spiel fanden, zu stark traten die Gäste auf. Die wenigen Möglichkeiten wurden ebenso wie jene des SVM vergeben, deshalb ging es torlos in die Pause. Nach Seitenwechsel sorgte diesmal ein Standard für einen happy day für Mattersburg: Pusic traf per Elfer. Danach versuchte Admira Wacker zwar, etwas mehr für einen möglichen Punktgewinn zu tun, doch es sollte nicht gelingen. Der SVM traf zum fünften Mal in Folge in der Schlußviertelstunde, insgesamt war der Treffer zum 0:2 für sie der 13. der Saison in diesem Zeitraum. Doch in der Tabelle änderte sich durch die Niederlage nichts, da auch Hartberg und Innsbruck punktelos blieben. Umso wichtiger waren die beiden Siege gegen diese Teams davor für Admira Wacker im Abstiegskampf.

Admira Wacker - SVM 0:2 (0:0) 


Der Torschütze für Admira Wacker in Mattersburg war Sinan Bakis in der fünzgisten Spielminute
Foto via GettyImages

Der ging im Burgenland am Samstag mit umgekehrtem Heimrecht weiter. Natürlich wollten sich die Gäste für die Heimniederlage revanchieren, doch Mattersburg war schon seit 5 Heimspielen ungeschlagen. Und traf in bereits 17 Spielen in Serie mindestens einmal – so wie auch diesmal. Da war Christoph Schösswendter schon ausgewechselt, er wollte es "probieren" – doch die Verletzung war noch nicht ganz ausgeheilt. Die Pausenführung für die Gastgeber war absolut verdient, vor allem ein Mann war dafür verantwortlich, dass sie nicht höher ausgefallen war: Admira Wacker hat mit Andi Leitner einen großartigen Tormann, der sein Team im Spiel hielt.

 

In die zweite Halbzeit starteten die Südstädter bissiger und viel aktiver, was auch mit ihrer schönsten Aktion im Spiel und dem Ausgleich durch Sinan Bakis belohnt wurde. Es war das erste Tor durch einen Legionär seit dem Treffer von Daniel Segovia beim legendären 0:1 2013, bei dem Kühbauer weinte und der SVM in die zweite Liga geschickt wurde. Seitdem trafen für Admira Wacker 24 Österreicher in Serie gegen den SVM. Bakis lief diesmal für den angeschlagenen Sasa Kalajdzic auf, der kurz vor Ende eingewechselt wurde.

SVM - Admira Wacker 1:1 (1:0)

 

Torschütze:

50' Sinan Bakis


Der Admiraanhang präsentierte eine grwaltige Überziehfahne vor Spielbeginn im Gästesektor
Foto via NKS

Um "den Langen" herrscht bereits seit geraumer Zeit ein großes G’riss: wurde im Winter noch das Angebot aus Wien abgeschmettert, so wird er im Sommer wohl kaum zu halten sein. Angeblich sind Crystal Palace, Brighton, Leeds, Nizza, Espanyol, Genk und Salzburg interessiert, vier dieser Klubs sollen bereits offizielle Angebote gelegt haben. Nicht schlecht für einen Spieler, der vor knapp drei Jahren von Ernst Baumeister aus Donaufeld geholt wurde und seitdem erst 28 Bundesligaeinsätze zu verbuchen hatte. Dabei machte er allerdings 9 Tore und 10 Assists, was das große Interesse erklärt. Er möchte sich davon aber nicht vom Abstiegskampf ablenken lassen. 

 

Einen weiteren, interessanten Artikel über einen möglichen Wechsel bzw. die Gerüchteküche um Sasa Kalajdzic könnt ihr auf der Seite von Peter Linden finden und lesen

 

Sein ehemaliges Team – die Admira Juniors – für die er in 35 Spielen 13 Treffer erzielt und 4 Assists machte, wo er auch erst vom Innenverteidiger zum Stürmer umgelernt wurde, spielten am Sonntag daheim gegen den Wiener Sportclub. Nach dem Abzug eines Zählers wegen des unberechtigten Einsatzes eines Spielers gegen Neusiedl mussten sie voll punkten, um aus der Abstiegszone zu gelangen. Danach sah es nach der torlosen ersten Hälfte nicht aus. Doch in Durchgang zwei drehten die Juniors so richtig auf und schenkten den Wienern vor der Nordkurve vier Stück ein. Damit gelangten sie auf Rang 12, der den Klassenerhalt bedeuten würde. Die Juniors treffen am kommenden Sonntag, den 5. Mai um 16:30 auf Ebreichs - Dorf, tags zuvor die "Erste" um 17:00 Uhr ebenfalls in der Südstadt auf die Grünen aus Hüttel-Dorf.

 

Forza Dorfklubs! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

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