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Kopfsache

Der Mai ist da! Der Monat der Entscheidungen im Fußball – in den Meisterschaften geht es um Titel, Abstieg und Qualifikation für den Europacup. Dort stehen in den beiden Bewerben ebenfalls die letzten Spiele an – in der Vorwoche und dieser Woche die Semifinali. Auch die nationalen Pokalbewerbe werden finalisiert. In Österreich besiegte Salzburg am 1. Mai die Grünen aus Wien. Die Hütteldorfer traten im Duell der "Dorfklubs" am vergangenen Samstag in Maria Enzerdorf gegen Admira Wacker an. Gegen jenes Team, das selbst noch gegen den drohenden Abstieg kämpft und sich einen mentalen Knacks, einen Spannungsabfall des Gegners erhoffte.

 

Aber alle drei bisherigen Saisonduelle gingen bis dato verloren, nicht einmal ein Tor gelang den Schwarz-weiß-roten, die zuletzt 4 Niederlagen in Serie gegen die Grünen einstecken mussten. Die mit den vier Ex-Südstädtern Dibon, Schwab, Auer und Knasmüllner anrückten,"‚Knasi" ist bester Assistgeber der Liga (mit Liendl) – 3 seiner 10 Torvorlagen gelangen ihm gegen seinen früheren Verein. Der wiederum mit 18 Standard-Toren Spitzenreiter der Liga war, die Hütteldorfer kassierten 5 der letzten 6 Gegentore aus solchen.

 

Admira Wacker holte aus den ersten 10 Spielen des Kalenderjahres zuletzt 1984 mehr Zähler (umgerechnet 19) als heuer (18). Andererseits plagten die Südstädter das ganze Frühjahr Verletzungssorgen – mit Bjarne Thoelke, Fabio Strauss, Christoph Schösswendter, Jonathan Scherzer und Dominik Starkl fielen 5 Spieler verletzt aus, mit Stephan Zwierschitz saß ein weiterer Leistungsträger angeschlagen auf der Bank. Damit fehlten 4/5tel der Standardabwehr.

Eine tolle Choreographie konnte wieder einmal in der Nordkurve des Südstadt Stadions präsentiert werden
Foto via Gate 2

Ich jedenfalls war auch dabei, diesmal im schicken Anzug. Aus gutem Grund, fungierte ich an diesem Tag doch als Trauzeuge, konnte mich für die Dauer des Spiels aber "freimachen". Inklusive Admira Wacker-Krawatte. Was ich allerdings in Halbzeit eins bis auf eine großartige Choreographie sah, war für alle Fans der Heimelf sehr enttäuschend. Eine ängstliche Mannschaft, die den Gästen nie zusetzen konnte, obwohl diese nicht wirklich stark auftraten. Aber trotzdem mit einer 0:3 – Führung in die Pause gingen. Durchaus verdient, doch nicht in dieser Höhe. Aber sie waren offensichtlich trotz Final- Niederlage im Kopf stärker als die abstiegsbedrohten Südstädter.

Danke an Heinz Starka für die Fotos, zahlreiche weitere Bilder gibt es auf seiner Seite hier...

Nach Seitenwechsel hatte Trainer Geyer sein Team wesentlich mutiger eingestellt, dafür wurde es auch belohnt. Der in Wien und halb Europa heiß begehrte Sasa Kalajdzic traf zum 1:3, jeweils mit ihren Premierentreffern glichen Marcus Maier per Freistoß und Milos Spasic per Kopf nach Maier-Freistoß aus. Eine sensationelle Aufholjagd! Die aber wenige Minuten später mit dem 3:4 durch Dibon wieder zunichte gemacht wurde. Danach konnten die Schwarz-weiß-roten nicht mehr zusetzen, lediglich eine sehr gute Möglichkeit wurde vergeben. Vermutlich hätte eine von Beginn an offensivere und mutigere Einstellung des Teams auch keinen höheren Rückstand ergeben, eher sogar einen besseren Spielstand. Aber natürlich ist das reine Spekulation, hingegen nicht, dass man erstmals seit langer Zeit gegen die Hütteldorfer keinen einzigen Punkt in einer Saison machte.

Admira Wacker - Rapid Wien 3:4 (0:3)

 

Torschützen:

53' Sasa Kalajdzic

59' Marcus Maier

61' Milos Spasic


Teil zwei im Dorfklubduell fand ebenfalls in Maria Enzersdorf statt, die Admira Juniors empfingen am Sonntag RLO- Tabellenführer Ebreichsdorf. Der durch einen fragwürdigen Elfmeter in Halbzeit eins in Führung ging, nach Seitenwechsel binnen 5 Minuten und drei Toren alles klar machte. Trotz des 0:4 bleiben die Juniors auf Rang 12, den sie am Freitag beim 13. verteidigen können, danach kommt der aktuell 14., die SKN Juniors.

 

Weiter geht es mit den dörflichen Duellen am kommenden Wochenende: Die Juniors treten am Freitag, den 10. Mai um 19:00 Uhr in Parndorf an, die "Erste" am Samstag, den 11. Mai um 17:00 Uhr im Altacher Rheindorf, dabei wird Morten Hjulmand gesperrt fehlen. Die Verfolger Innsbruck (-1 Punkt) und Hartberg (-2) liegen knapp hinter den Südstädtern – in den beiden letzten Meisterschaftsrunden sind das auch die Gegner von Admira Wacker. In welcher Konstellation man in diese Duelle gehen wird, sieht man nach der kommenden Runde. Fix ist jedenfalls, dass die Entscheidung über den Abstieg längst zur Kopfsache geworden ist. Aber Admira Wacker hat es selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen.

 

Forza Kopfsache! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

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