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Friaul Julisch Venetien

Die Landesmeisterschaften sind schon längst vorbei, die Vorbereitung auf die nächste ist in Österreich bereits  wieder im Gange. Abgesehen davon werden etliche Kontinentalturniere abgehalten – der Gold Cup, die Copa America, der Afrika Cup, die U 21-EM und die Damen-WM. Ohne Österreich, das ÖFB – Team trug am vergangenen Dienstag ein Freundschaftsspiel gegen die Slowakei aus. In der Südstadt sahen die wenigen ZuseherInnen magere Kost, beim 1:1 vergaben die überlegenen Gastgeberinnen zahlreiche Möglichkeiten, sogar einen Elfmeter. Die zurückgetretene Rekordnationalspielerin Nina Burger hatte sich zur Freude der Fans unter diese gemischt.

 

Bereits zuvor am gleichen Abend trat Österreichs U 21 zum ersten Mal bei einer EM an. Und gewann die Premiere gegen Serbien, unter anderen mit dem aus der Südstädter Akademie stammenden Stefan Posch sowie dem eingewechselten Sasa Kalajdzic. Der blockte beim Freistoßtreffer von Horvath zum 2:0-Endstand geschickt einen Gegner. Zum Freistoß führte ein grauenhaftes Foul an Hannes Wolf, der vermutlich mehr als ein halbes Jahr ausfallen wird. Gekickt wurde in Triest, im Stadio Nereo Rocco. Namensgeber ist der Triestiner Fußballer und Trainer, der als "Mister" mit dem AC Milan je zwei Scudetti, italienische Pokale, Europacups der Cupsieger und Landesmeisterpokale sowie einen Weltpokal gewann. Mister nennt man in Italien übrigens die Trainer.

Das Stadion war recht gut besucht, aber die gut 28 000 Zuseher fassende Arena war bei weitem nicht ausverkauft. Gänzlich frei blieb die Fantribüne "Curva Furlan". Diese ist nach dem Triestina-Tifoso Stefano Furlan benannt. Er starb 5 Jahre nach dem Tod Nereo Roccos im Alter von 20 Jahren durch übermäßige Polizeigewalt 1984 nach dem Pokalspiel Triestina – Udinese. Die beiden Klubs ‚verbindet‘ eine gesunde Konkurrenz, wie sie zwischen regionalen Rivalen üblich ist. "Maledetti Friulani" – also "verdammte Friulaner" hört man in Triest öfters.

"Chi non salta, e Triestino" (wer nicht hüpft, ist Triestiner) wird gerne im Stadio Friuli von Udinese Calcio angestimmt. Dort wurmt die Fans des Serie A- Klubs besonders, dass das etwa doppelt so große Triest die Hauptstadt der Region Friaul-Julisch-Venetien ist. Andersrum natürlich die Tatsache, dass Udinese in der Serie A und Triestina nur C spielt.

 

Vorzüge haben beide – die Hafenstadt Triest bietet natürlich das Meer und delikaten Fisch, hat eine große kulturelle Vergangenheit und Gegenwart, gilt außerdem als Kaffeehauptstadt Europas. Diese und viele weitere Genüsse des Karsts konnten zahlreiche Fans des ÖFB-Teams in Anspruch nehmen, viele von ihnen übersiedelten nach dem ersten Spiel in das nördlicher gelegene Udine, wo die beiden weiteren Gruppenspiele im Stadio Friuli ausgetragen wurden. Das 25 000 Zuseher fassende Stadion wurde 2015 modernisiert – durch die Überdachung entgeht den Fans nun allerdings der wunderschöne Blick auf die im Hintergrund gelegenen Julischen Alpen. Die Stadt selbst ist ebenfalls sehenswert, muss sich kulinarisch auch nicht vor Triest verstecken. Ganz in der Nähe liegt San Daniele, woher der weltberühmte Prosciutto stammt. Wein und Olivenöl von höchster Qualität gibt es da wie dort.

 

Für den nach Udine gereisten Kurvenlagen-Korrespondenten und eine weitere Delegation der Südstadt Fanatics war es spieltechnisch leider enttäuschend. Im zweiten Gruppenspiel musste sich die von Werner Gregoritsch betreute Mannschaft Dänemark mit 1:3 geschlagen geben. Beim Stand von 1:1 gegen überlegene Dänen vergab Österreich in Person von Baumgartner einen Elfmeter. Warum Sasa Kalajdzic gar nicht eingesetzt wurde, ist mir bis dato rätselhaft. Gegen Deutschland schien "der Lange" dann erstmals in der Startelf auf. Und immer, wenn er vorne am Ball war, brannte es im Strafraum der Deutschen. Deren Führung egalisierte Kevin Danso aus einem Elfmeter nach Foul an Kalajdzic – der auch zwei Top-Kopfballmöglichkeiten vergab. Eine Viertelstunde vor Schluss musste er dann raus, machte aber eine tolle Partie - wie das gesamte Team, das sich mit dem 1:1 sehr anständig von der Europameisterschaft und Friaul Julisch Venetien verabschiedete.

Kalajdzic ist jedenfalls eine sehr heiße Transferaktie – mit der Entscheidung, wohin für ihn die Reise gehen wird, ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Mit Marin Jakolis war ein weiterer Admiraner bei der EM aktiv: Er spielte jeweils in San Marino bei der 1:4 – Niederlage Kroatiens gegen Rumänien als Solospitze durch, wurde als solche beim 0:1 gegen Frankreich nach Seitenwechsel ausgetauscht. Das abschließende Gruppenspiel gegen England findet heute Montag nach Veröffentlichung der Kurvenlage um 21:00 Uhr statt. Allerdings ohne Jakolis, der nach zwei gelben Karten gesperrt ist.

 

Die beiden Verteidiger Bjarne Thoelke und Fabio Strauss haben ihr Engagement bei Admira Wacker verlängert
Foto via flyeralarmadmira.at

In der Südstadt begann indes am Dienstag die Vorbereitung auf die kommende Saison. Mit Fabio Strauss und Bjarne Thoelke, die nach jeweils langen Verletzungen ihre Verträge verlängerten. Aus seinem laufenden ausgestiegen ist Pyry Soiri, der finnische Nationalspieler wechselt zu Esbjerg nach Dänemark. Die kommende Meisterschaft wurde in der Vorwoche ausgelost, am 27.7. um 17:00 Uhr startet Admira Wacker in der Südstadt gegen den WAC, am 3. August geht es nach Hartberg, Ankick ist dort ebenfalls um 17:00 Uhr. Eine Woche vor Meisterschaftsbeginn steigt die erste Cuprunde, welche am 28.6. um 20h auf ORF Sport+ ausgelost werden wird. Ich wünsche allen SchülerInnen schöne Ferien, den EM-TouristInnen noch einen schönen Aufenthalt bzw. eine gute Heimreise aus Friaul Julisch Venetien und freue mich schon auf die ersten Testspiele von Admira Wacker. Das erste wird am kommenden Samstag um 17.30 in Draßmarkt stattfinden.

 

 

Forza Friaul Julisch Venetien! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

In Memoriam Gerald Messlender

Weit weniger erfreulich war jene Nachricht am vergangenen Donnerstag: Mit Gerald Messlender verstarb eine Legende von Admira Wacker im Alter von 57 Jahren in seinem Heimatort Guntramsdorf. "Die Spinne" lief 201 Mal für die Schwarz-weißen und 14 Mal für das Nationalteam als Vorstopper auf. Mein Mitgefühl und mein Beileid gelten seiner Familie und seinen Freunden. Ruhe in Frieden, Langer, als mein erster Lieblingsspieler wirst Du immer in meinem "Dream Team" aller Zeiten stehen!

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