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Aufstieg und Aufschwung

Nach dem Schrecken des ersten Weltkrieges war die Zeit der Leiden für die Menschen noch lange nicht vorbei. Hatte der Krieg von 1914-18 etwa 17 Millionen Todesopfer gefordert, so starben in den Jahren von 1918-20 mindestens 50 Millionen Menschen an der Spanischen Grippe. Manche Schätzungen gehen sogar bis zur doppelten Opferzahl, also 100 Millionen Toten bei einer damaligen Weltbevölkerung von 1,8 Milliarden Menschen. Europa war relativ schwach betroffen, von 2 Millionen Verstorbenen, in Österreich gar "nur" von 21 000 berichten die Quellen. 

 

Im Gegensatz zu anderen Epidemien forderte die Spanische Influenza unter den 15–40-Jährigen die meisten Opfer. Die Medizin stand vor einem Rätsel. Weder der Erreger noch die Art der Übertragung waren bekannt, weshalb keine prophylaktischen Maßnahmen getroffen werden konnten. Selbst die Diagnostik bereitete den Ärzten große Schwierigkeiten. Deshalb gibt es auch so große Schwankungen bei den Opferzahlen. Damals wie heute führte das Virus zur Lahmlegung des öffentlichen Lebens. Schulen, Kirchen und andere öffentliche Einrichtungen wurden geschlossen. Obwohl Wien bereits seit September 1918 von der Pandemie betroffen war, kam es erst im Oktober zur Schließung der Schulen. Die behandelnden Ärzte waren mit der großen Zahl an erkrankten Personen überfordert, weshalb der Wiener Stadtrat zusätzliche Hilfsärzte bestellte.

 

Nach dem fürchterlichen Weltkrieg wurde die Leidenszeit also noch verlängert. Fußball gespielt wurde indes weiterhin mit ungebrochener Begeisterung. Die erste Meisterschaft nach dem Krieg endete mit einer Aufstockung der ersten Liga, deren Nutznießer die Admira als Aufsteiger und Wacker als Nichtabsteiger waren. 1919/20 profitierten die Floridsdorfer von einer weiteren Aufstockung, stiegen deshalb nicht ab. Interessant wie sich schon damals die Ereignisse mit jenen der Neuzeit gleichen: 1921/22 stieg Admira lediglich wegen der nur einem Treffer besseren Tordifferenz nicht ab wie zuletzt 2013 beim legendären Abstiegsthriller in Mattersburg.

Aufbruchsstimmung nach überstandenen Krieg und schwerer Krankheit zeigte sich in Wien durch Errichtung des neuen Wacker-Platzes

Doch nach den schwierigen Zeiten war auch so etwas wie Aufbruchsstimmung zu spüren: Allerorts packten die Menschen gemeinsam an, um die Schäden des Krieges zu beseitigen und Neues zu schaffen. 1921 weihte Wacker seinen neuen Platz mit einem Spiel gegen Hertha ein (2:3). Große Opfer waren notwendig, zahlreiche Arbeitsstunden Freiwilliger, finanzielle Unterstützung durch Anhänger, Mitglieder und Spieler, die allesamt auch selbst Hand anlegten. Der Verkauf von symbolischen Bausteinen war auch ein großer Erfolg, der die neue Heimstätte in der Rosasgasse entstehen ließ. 50 Jahre kickten die "Meidlinger Buam" dort, bis zur Fusion 1971.

 

In der Saison 1922/23 wurde Admira mit dem billigsten Team dank Zusammenhalt und Herzblut beachtlicher Dritter – auch eine Parallele zu den Jahren der jüngeren Vergangenheit. Derzeit allerdings undenkbar ist der Rekord vom 22. 10. 1922, als 18 000 Zuschauer beim Spiel gegen Hakoah in der Deublergasse waren.

Die Meidlinger Buam liessen sich ablichten

Denn auch außerhalb der "Geisterspiel-Saison" ist Admira Wacker bekanntlich kein Zuschauermagnet. Deshalb würde Spiele ohne Zuschauer die Südstädter vermutlich relativ wenig treffen, auch finanziell. Abgesehen davon fehlt allen Akteuren auf dem Feld die sonstige Spannung, Kick vor leeren Tribünen ist einfach blutleer. Ob es überhaupt dazu kommen wird, ist weiterhin offen. In Argentinien, Holland und Frankreich wurde die Saison bereits abgebrochen.

 

Der Plan der österreichischen Bundesliga, bei einem positiv Getesteten lediglich diesen in Quarantäne zu schicken, wurde bereits abgelehnt. Es müssten alle Personen, die mit dem Infizierten Kontakt hatten, in Isolation. Weiters ist Mannschaftstraining erst ab 15. Mai erlaubt. Damit würde sich auch die Fortsetzung der Saison nach hinten verschieben, es würde bis Juli gekickt werden, falls die UEFA das genehmigt. Die Klubs sind sich darüber jedenfalls schon einig.

 

Wie Andi Leitner mit seinem Klub Admira Wacker: Der Kapitän verlängerte seinen Vertrag bis 2022! Ein ausführliches Interview mit Andi kannst du auf der Homepage von Admira nachlesen, klick einfach hier!

 

Forza Aufstieg und Aufschwung! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

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