· 

Fußball während des 1. Weltkriegs

Bevor ich mich dem titelgebenden Thema widme, noch ein Update bezüglich des Krisenmanagements der österreichischen Bundesliga: Das Konzept für die Fortsetzung der Bundesliga wurde ausgearbeitet und von der Klubkonferenz bestätigt. Es sieht wie erwähnt "Geisterspiele" vor, die auch von Ordnern vor den Stadien bewacht werden sollen. Was die Testungen betrifft, so soll ein positiv getesteter Akteur (von maximal 200 an einem Spiel beteiligten) nur so lange ausscheiden, bis er innerhalb von 48 Stunden zweimal negativ getestet wird. Personen, die mit ihm in Kontakt waren, können weiterhin am Betrieb teilnehmen, werden dann engmaschiger getestet.

 

Dafür und auch für das Mannschaftstraining stehen noch die Bestätigungen durch Gesundheits- und Sportministerium aus. Was die Rahmenbedingungen betrifft, sind sich die Klubs jedoch noch nicht ganz einig, der Prozess ist in Arbeit. Auch die Tests sind noch nicht beschafft worden, verschiedene Anbieter werden derzeit verglichen. Wann es wieder losgehen wird, ist ebenfalls noch offen – die Liga soll (auch auf Grund der dann endenden Spielerverträge) bis Ende Juni fertig gespielt werden. In "Normalzeiten" hätte Admira Wacker in der zweiten Hälfte des Play-Offs am Samstag die Violetten aus Wien zu Gast gehabt und würde am kommenden Samstag nach Mattersburg reisen.

Der österreichische Sportminister Werner Kogler gab den Weg zurück in den Fussballalltag bekannt - Foto GEPA

Ganz und gar keine normalen Zeiten gab es hier zu Lande auch vor gut hundert Jahren: Die 1911 begonnene Fußballmeisterschaft wurde bereits 3 Jahre später auf eine harte Probe gestellt, die gesamte Bevölkerung noch viel mehr. Denn 1914 brach nach Österreichs Kriegserklärung an Serbien der erste Weltkrieg aus. Insgesamt 40 Länder beteiligten sich daran, fast 70 Millionen Menschen standen unter Waffen, der schreckliche Krieg forderte 17 Millionen Todesopfer. Während des ersten Weltkriegs wurde in Österreich der Auf- und Abstieg ausgesetzt. Spieler, die in einer Stadt stationiert waren, durften in dieser für den örtlichen Klub auflaufen – anders hätte man die Kriegsmeisterschaft nicht durchführen können. Denn abgebrochen wurde der Fußballbetrieb damals nicht.

Zitiert wird hier aus der Festschrift zum 15jährigen Bestehen von Admira

 

 

Ich zitiere teilweise aus der "Festschrift 15 Jahre Admira", die unter anderem auch auf diese Zeit zurück blickt: Kapitän Ferdinand Frank beendete im Herbst 1913 seine aktive Karriere, weil er "auf längere Zeit disqualifiziert wurde". Warum das so und wie genau es war, konnte ich nicht eruieren, ich gehe aber von einer längeren Sperre aus. Die widerspricht aber den hymnischen Worten in der Festschrift über ihn:

 

"Ferdinand Frank ist ein Symbol der Treue, der Sportdisziplin, der Kameradschaft, kurz das Leben für Admira."

Er wurde darauf hin zum Ehrenkapitän gekürt.

 

Im März 1914, beim Spiel gegen Wacker in Meidling, brach sich "der vorzügliche Flügelstürmer" Franz Fiala den Fuß. Mit diesen beiden Ausfällen hatte Admira gegen den späteren Fusionspartner das Nachsehen um den Aufstieg in die erste Liga. "Schon am Ende der Saison schwirrte Kriegsgeschrei durch die Luft und gar zu bald erfüllten Waffengeklirre und Pulverdampf die Welt." Gleich zu Beginn des Kriegs wurden 80 Mitglieder der Admira eingezogen, darunter auch 9 Spieler. Wie oben erwähnt, wurden Auf- und Abstieg von 1914-18 ausgesetzt.

Das hinderte Admira zweimal am Aufstieg, sowohl 1914/15 und auch 1915/16 konnte die 2. Liga gewonnen werden. In der ersten Saison mit Johann Skolaut als Spieler – er sollte später als Trainer der erfolgreichste der Klubgeschichte werden. Deshalb werde ich ihm noch eine eigene Kolumne widmen. Besonders hervorgehoben wird in dieser Zeit Schriftführer Anton Blaschko, der trotz vieler weiterer Ausfälle durch Musterungen mit größter Anstrengung den Spielbetrieb aufrechterhalten konnte. Während des 1. Weltkriegs waren nach und nach vor allem Jugendspieler im Einsatz.

 

Auch der Ballesterer widmete diesem Thema eine eigene Ausgabe, dazu gab es ein Interview im Standard mit Arnaud Waquet.

Soldaten spielten auch während dem Krieg Fussball - Foto Bibliotheque Nationale de France

Die nächste harte Prüfung nach so vielen Toten folgte dem Weltkrieg auf den Fuß: Die spanische Grippe wütete weltweit, darüber und den Aufstieg Admiras werde ich nächste Woche berichten.

 

Forza Fußball während des 1. Weltkriegs! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0
Trennstrich

Bewertungen zu kurvenlage.at

Wir freuen uns auf eine Nachricht von dir!

forza@kurvenlage.at

oder über das Kontaktformular

Trennstrich

Blogroll

Brucki's Blog

Blogheim.at Logo