25 Geschichten - Teil von 15 von Christian B.

Admira-Fan sein war immer ein bissl anders, aber auch ein bissl besonders. Ganz speziell gilt das für meine Erinnerungen an die Zeit vor unserer Fanclub-Gründung, also am Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Es sind Erinnerungen an die Zeit bevor es einen offiziellen Fanclub gab und bevor man Fan-Artikel wie Schals oder Trikots unserer Lieblingsmannschaft VOR dem Match und IM Stadion kaufen konnte. Heutzutage fast unvorstellbar für einen nicht unerfolgreichen Bundesligisten.

 

All das, kein eigener Fanclub und keine Möglichkeit einfach vor dem Match Fan-Utensilien kaufen zu können, ist uns gewaltig gegen den Strich gegangen. Mit uns meine ich ein paar engagierte junge Menschen wie den Blumi, Matthias, Fredo, Hubsi, Sascha oder meine Wenigkeit, die alle glühende Admiraner waren und sich oft über den fehlenden bzw. unorganisierten Support geärgert hatten.

 

Und irgendwann beschlossen wir einfach, für den Verein unser eigenes Ding zu machen. Einerseits mit der Gründung des ersten offiziellen Fanclubs „Black and White Supporters“. Andererseits mit dem Organisieren eines mobilen Verkaufsstandes direkt vor dem Stadion, wo wir Fanclub-Mitglieder schon zwei Stunden vor dem Match ehrenamtlich drinnen gestanden sind und endlich das anbieten konnten, was so lange gefehlt hatte: Schals, Wimpel, Trikots und vieles mehr.

AlterFanshop
Der legendäre alte Fan Shop vor dem Stadion

Gerne erinnere ich mich in diesem Zusammenhang an den Namen Joe Basry, der uns das Fanmaterial organisiert hatte und für unsere Ideen und Wünsche immer ein offenes Ohr hatte. Manche Dinge machten wir auch in Eigenregie, wie die legendären T-Shirts nach dem geilen 4:3-Heimsieg gegen Rapid. Wir waren scheinbar hoffnungslos 0:3 hinten: „Danke Rapid – 3:0 ist nicht genug!“.

 

Der Verein honorierte unser Engagement und die vielen Stunden, die wir für unsere Admira investierten. Wir bekamen als Dankeschön und eigene Base das „Fanclub-Kammerl“, welches sich beim heutigen Fansektor-Eingang gleich rechts unter der Stiege befand. Dort fanden viele konspirative Treffen statt, es wurde gefachsimpelt, Aufstellungen und Neuzugänge bzw. schmerzhafte Abgänge (eh fast immer zu Rapid) analysiert und dabei natürlich auch die ein oder andere Hopfenkaltschale verzwickt.

Legendär der Besuch der Redaktion von „Sport am Montag“ in unserem Kammerl. Im Zuge der Vorbericht-Erstattung zum Europacup-Kracher gegen Juventus Turin 1994 wurde unser Fanclub vorgestellt und wir durften on air auch richtig goschert sein: „Juveeee, wir kommen!!!“ ;-) 

Der ORF-Vorbericht zum UEFA-Cup Kracher gegen Juventus Turin, bei Minute 4:44 werden die jungen Alten "goschert" ;-)

Beim Match war das Stadion dann so krachvoll, dass ich mich entschloss, die Partie im Kammerl im Fernsehen anzuschauen, da einfach kein Durchkommen zu einem Platz mit Sicht aufs Spielfeld mehr zu ergattern war. So viele „Admira-Fans“ hab ich vorher und nachher nie mehr gesehen!

Die Zusammenfassung vom Heimspiel gegen die "alte Dame"

Damals wie heute ist der Admira-Fanclub etwas ganz eigenes, fast familiäres geblieben. Immer wieder kommen Junge dazu und auch immer mehr Frauen, Kinder oder ganze Familien kann man im Stadion sehen. Ich wünsche dem Fanclub alles Gute zum Geburtstag und seinen Mitgliedern viel Power und Engagement für unsere gemeinsame Leidenschaft: die Admira!

 

In diesem Sinne: „Wir kommen nicht vom Neckar, wir kommen nicht vom Rhein, wir kommen aus der Südstadt, das weiß ein jedes . . .“

 

Forza rosso-neri per sempre,

Euer Bögi

 

 

In der nächsten Ausgabe:

Zu Beginn herrschte noch etwas Unverständnis über das Treiben in der Kurve, doch dann kamen die Emotionen...

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