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Wunderheiler

Der Social Football Award bekam einen Ehrenplatz, nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel wollte das auch Österreichs U 21-Team mit der erstmaligen Qualifikation für eine EM. Gegner Griechenland begann offensiv, bei zwei guten Chancen hatten die Österreicher auch das Glück auf ihrer Seite. Mit Fortdauer des relativ hart geführten Spiels wurden die Gastgeber immer sicherer und hatten es im Griff. Tormöglichkeiten waren auf beiden Seiten Mangelware, also musste ein Standard her. Kurz nach Seitenwechsel versenkte Adrian Grbic einen Freistoß zum viel umjubelten Führungstreffer. Danach spielte die Elf von Werner Gregoritsch die Quali souverän "nach Hause".

 

Die Gruppenauslosung durch Legende Andrea Pirlo brachte Österreich für die im Juni nächsten Jahres ausgetragene Endrunde die Gegner Deutschland, Dänemark und Serbien. Die historisch bedeutenden Auftritte werden in Triest (Stadio Nereo Rocco) und Udine (Stadio Friuli) stattfinden. Die Lage der beiden Spielorte lädt österreichische Schlachtenbummler zu einem frühsommerlichen Ausflug nach Friaul-Julisch-Venetien ein.

Stadio Nereo Rocco in Triest
Stadio Nereo Rocco in Triest
Stadio Friuli in Udine
Stadio Friuli in Udine

Ein frühwinterlicher Ausflug in die Südstadt stand für die Violetten am vergangen Samstag an. Man fürchtete sich in Favoriten schon mehr vor dieser kurzen Reise. Bei den Südstädtern wurde in der Ligapause mit der Verpflichtung von Co-Trainer Vincent Novak (SLK, 33) der Trainerstab komplettiert. Dagegen reiste der Langzeit-Trainingsgast Alex Meier endgültig ab. Vor dem Spiel wurden die mit dem 3. Platz beim Social Football Award erzielten € 1000,- an die Leiterin der Gruft 2, Petra Schmidt, auf dem Rasen überreicht. Beide dort angetretenen Teams wollten die Ligapause für gute Trainingsarbeit und der Schaffung positiver Stimmung genutzt haben.

 

Davon sah man aber im Stadion nicht viel, nur eine ambitioniertere Gastmannschaft und eine in defensiv verbesserte Heimelf. Beiden fiel aber offensiv nichts ein, die Veilchen gingen durch einen Standard in Führung. Genauer gesagt einer Co-Produktion zweier Ex-Südstädter, Sax trat den Corner und Friesenbichler köpfte ein. Das Spiel plätscherte auf sehr bescheidenem Niveau dahin, kurz nach Seitenwechsel "passierte" Admira Wacker nach Flanke von Milos Spasic der Ausgleich durch Pyry Soiri. Es war die einzige erspielte Torchance beider Teams im gesamten Match.

Dass dann kurz danach Sax per Freistoß (den Treffer nahm Goalie Andi Leitner auf seine Kappe) zum Siegtreffer einschoss, war eine weitere Episode der Treffer von Ex-Spielern. Bereits Wostry und Lackner hatten die entscheidenden Tore gegen ihren früheren Verein erzielt, noch dazu jeweils in der Südstadt und dort auch in das Tor vor der heimischen Curva Nord. Dazu kamen am selben Ort noch die Treffer von Grozurek sowie die Assists von Knasmüllner. Alle diese für die Fans sehr schmerzenden Erlebnisse werden nur noch von der Tatsache übertroffen, dass Admira Wacker in der aktuellen Saison als ‚Wunderheiler‘ ordiniert. Denn Sturm, Altach, die Grünen und nun die anderen Wiener wurden nach jeweils einer Reihe von sieglosen Spielen von diesen Negativläufen geheilt.

 

Damit machten sich die Südstädter aber selbst zum größten "Patienten": Der letzte Sieg war am 23. 9., seitdem gab es in 7 Spielen nur 2 Zähler. Der letzte Heimsieg wurde am 28. April gefeiert, seitdem gab es 11 erfolglose Versuche mit nur 2 Zählern. Es droht die erste Herbstsaison ohne Heimsieg seit der Fusion von Admira und Wacker im Jahr 1971 zu werden. Bis dahin recherchierte ich und fand keinen Herbst ohne vollen Erfolg. Vermutlich gab es das auch nicht in der Historie der beiden Klubs davor, falls ich mich irre, darf ich gerne aufgeklärt werden.

 

Während es auf sportlicher Seite eines Wunderheilers für die Wunderheiler bedürfte, wurde im wirtschaftlichen Bereich eine der wenigen positiven Meldungen von Admira Wacker in letzter Zeit bekannt gegeben: das Geschäftsjahr 17/18 wurde mit einem Überschuss von € 517 000,- abgeschlossen, der könnte laut Geschäftsführung eventuell für sportliche Verstärkung im Winter verwendet werden. Auch das negative Eigenkapital konnte um rund € 800 000,- abgebaut werden. Dies ist in erster Linie dem verstärkten Engagement von flyeralarm zu verdanken, ohne das der Klub wohl bereits am Ende wäre. Sportlich ist er das trotz trister Lage noch lange nicht, auch wenn die Stimmung sowohl beim Team als auch bei den Fans gedrückt ist. Am kommenden Samstag (01.12.2018, 17:00 Uhr) steht für die Südstädter das Gastspiel in Mattersburg auf dem Programm. Dafür kann nur ein Motto gegen die seit 4 Spielen sieglosen Burgenländer gelten: die Wunderheiler praktizieren nur noch bei sich selbst.

 

Forza Wunderheiler! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

1 : 2

(0 : 1)

20' Friesenbichler

55' Pyry Soiri

64' Sax

Samstag, 24.11.2018

Tipico Bundesliga

Runde 15

BSFZ Arena, Maria Enzersdorf

Schiedsrichter: Oliver Drachta


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