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Laudatio für eine Bewunderte –120 Jahre Admira

Die Gründungsmannschaft 1905
Die Gründungsmannschaft 1905 - Admira

 

Heute vor 120 Jahren war einer meiner Großväter 4 Jahre alt, er wurde am 7.7. 1901 geboren. Auf dieses Datum werden wir später noch einmal zurückkommen. Am 17. Oktober 1905 wurde die Admira gegründet, der Name stammt von einem Schiff, mit dem einer der Gründer aus Amerika zurückgekehrt war. Eigentlich existierte ein gleichnamiger Klub bereits seit 1897, dieser stellte den Spielbetrieb aber zwischenzeitlich ein. Und wie kann es bei Admira anders sein, sie entstand aus einer Fusion der beiden Vereine „Burschenschaft Einigkeit“ und „Vindobona“.

 

Das alles geschah in einem Floridsdorf, das am Beginn dieses Jahres als 21. Bezirk in Wien eingegliedert worden war. Damals konnte noch niemand ahnen, welche Institution im Fußball geschaffen worden war. Wobei der Verein viele Sektionen hatte, vom Handball bis zum Schach waren zahlreiche andere Sportarten vertreten. Es sollten aber noch einige Jahre ins Land ziehen, bis der erste Titel im Fußball gefeiert werden konnte.

Erstes Bild der Wacker-Elf 1909
Erstes Bild der Wacker-Elf 1909

Das war dann 1927 so weit, die Admira war erstmals österreichischer Meister, bereits ein Jahr später wurde das erste Double eingefahren. Da war der eine Opa schon ein junger Mann und ein Unterstützer des Vereins. Der andere Opa- 1920 geboren – erlebte die folgende Goldene Ära ebenso hautnah als glühender Anhänger mit. Nicht nur zahlreiche nationale Titel wurden in dieser Zeit bis zum 2. Weltkrieg errungen, auch international sorgte die Admira Furore. Von Real über Chelsea, Nürnberg oder Ajax u.v.a. wurden in Freundschaftsspielen alle Größen des Kontinents geschlagen, im Mitropacup schaffte es der Klub bis ins Finale. Der 8:0 - Cupfinalsieg gegen die Grünen 1934 wird wohl für immer eine Bestmarke leiben. Aus dieser Epoche bleiben die Namen einiger Spieler unvergessen: Ignaz Sigl, Franz Runge, Johann Klima, Peter Platzer, Anton Schall, Adolf Vogl, Karl Stoiber,Willi Hahnemann und viele mehr.

 

Damals konnte noch niemand ahnen, dass nach dem letzten Titel 1939 eine lange Flaute folgen sollte. In der letzten Saison, die vor der Übersiedlung in die Südstadt in Floridsdorf gespielt wurde, gewann die Admira 1966 noch einmal das Double. Da war der später geborene Großvater bereits Obmann des Vereins, dieses Amt bekleidete er bis Ende der 80er Jahre. In dieser Zeit wurde ich mit dem Admira-Virus infiziert. Genau genommen mit dem Admira Wacker- Virus, denn ich kam 4 Tage nach dem 7.7. 1971 zur Welt. Ab da hieß der Klub, der seit 1967 in der Südstadt daheim war, Admira Wacker. Bereits als kleines Kind besuchte ich die ersten Spiele, die Opas waren sehr dahinter. Die Fahrten im vollen VW-Bus von Floridsdorf in die Südstadt waren prägende Erlebnisse meiner Kindheit.

Wiener Sport Club Admira
ESV Admira
Admira Wacker ab 1971

Wesentlich erleichtert hat die regelmäßigen Stadionbesuche dann die Übersiedlung meiner Familie von Floridsdorf in die Hinterbrühl – quasi Admira Wacker hinterher. Die 80er und 90er Jahre waren sportlich durchaus gut, niemand kam ungeschoren aus der Südstadt und auch international waren wir damals sehr gut unterwegs. Von Bologna bis Antwerpen und Szeged bis Turin sowie vielen weiteren standen da zahlreiche Reisen auf dem Programm. Doch zum ganz großen Wurf, sprich zu einem Titel (bis auf den Supercupsieg 1989) reichte es nie. Trotzdem gründete ich gemeinsam mit Freunden 1991 einen Fanclub, die B&W Supporters, den Vorgängerverein der Südstadt Fanatics.

 

Mit der Umbenennung ging der sportliche Erfolg verloren, das dunkle Kapitel SCN spielte da mit hinein. Danach schlitterte der Klub in die Insolvenz, auch bedingt durch das Bosman-Urteil. Der VfB Mödling rettete in Person von HWW mit der Fusion 1997 die Erstligazugehörigkeit. Die aber dann 1998 erstmals in der Neuzeit durch den Abstieg verloren ging. Ab da gab es immer wieder sportliches Auf und Ab, drei EC-Teilnahmen waren die Highlights. Zweimal musst der schwere Gang in die 2. Liga noch gegangen werden, einmal sogar in die Drittklassigkeit. 2008 rettete uns daraus Schwadorf in Person von Richard Trenkwalder, führte uns wie Phönix aus der Asche zum 3. Rang in der Bundesliga und in den Europacup. Ihm und vielen weiteren Weggefährten, die für immer von uns gegangen sind, möchten wir ein besonderes Andenken bewahren.

Eindrucksvoll kehrte Admira Wacker wieder auf die internationale Bühne zurück
Eindrucksvoll kehrte Admira Wacker wieder auf die internationale Bühne zurück

 

Aktuell befinden wir uns in Liga zwa, die Gesamtsituation ist nicht einfach. Doch ein wahrer Fan zeigt sich erst, wenn der Seegang so richtig rau ist. Es gab schon rauere See, die Admira überstanden hat und auch aktuell bin ich optimistisch, dass der Verein wieder in ruhigere Gewässer vordringen kann. Auch dank einer Generation engagierter und lautstarker Ultras, Gate 2 Admira. Immer da, immer voller Energie! Immer alles für die Admira!

 

Ich gratuliere Dir zum 120. Geburtstag, Du Bewunderte! Mögen wieder bessere Zeiten für uns alle anbrechen, die den Taten der Gründerväter und Ahnen gerecht werden!

Was wünsche ich Dir noch? Mehr Fans, bessere gibt es eh nicht. Die Besinnung auf Deine DNA. Viele engagierte Menschen, die an einer besseren Zukunft arbeiten! Viele Siege, die wir als Admira-Familie feiern!Alles Gute, Du launische Diva, Du Bewunderte! Auf viele weitere Jahre!

 

Forza Laudatio! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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