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Im Abseits

Nachdem die letzten Weichenstellungen getätigt wurden, konnte es mit dem ersten Geisterspiel – bei denen übrigens 5 Wechsel bei 3 Wechselvorgängen erlaubt sind - losgehen. Das Cupfinale gewann Salzburg 5:0 gegen Austria Lustenau. Diese Paarung wäre 1925 noch undenkbar gewesen, damals dominierten in Österreich die Wiener Klubs. Im genannten Jahr besiegte der Wiener Amateur-Sportverein (Vorgänger der Veilchen) den First Vienna FC mit 3:1 im Finale. In diesem Jahr wurde die Abseitsregel zum letzten Mal verändert, sie ist bis zum heutigen Tag gültig.

Doch von Beginn an:

1866 befanden sich noch alle Spieler im Abseits, wenn sie beim Abspiel vor dem Passgeber standen. Jene Regel wurde etwas später modifiziert: Abseits wurde gepfiffen, wenn im Moment der Ballabgabe weniger als drei verteidigende Spieler näher zur Torauslinie standen, als ein angreifender Spieler. Damit änderte sich das anfängliche 1-0-9 – System, bei dem nur ein Spieler hinten absicherte, während im Zentrum alle anderen auf Abpraller warteten, zum 2-3-5 (Schottische Furche oder Pyramide). Dem Thema der "Schottischen Furche" - und ähnlich wie die Kurvenlage - allen möglichen Bereichen rund um den Fußball widmen sich Tobias Dickel, Heiko Rothenpieler und Hanno Schäfer auf ihrem lesenswerten Blog "Die schottische Furche"Zum Zweck von mehr Offensive wurde 1925 die Abseitsregel noch einmal geändert. Bis heute steht ein angreifender Spieler im Abseits, wenn er bei der Ballabgabe der gegnerischen Torauslinie näher ist als weniger als zwei verteidigende Spieler.

 

Hier siehst du eine Erklärung der aktuellen Abseits-Regel:

Aufstellung Totaal Voetbal
Aufstellung Totaal Voetbal

Damit etablierte sich das so genannte WM-System (3-2-2-3). Seit damals veränderte sich das Spiel meist in eher immer defensivere Systeme. Nachdem Brasilien mit zwischen 4-2-4 und 3-3-4 variierender Grundordnung die WM-Titel 1958, 1962 und 1970 holte, reagierte Italien mit einer Variation des von Karl Rappan entwickelten "Schweizer Riegels". Das "Catenaccio" (zu Deutsch bedeutet "catena" Riegel) war ein 4-5-1 – System, bei dem ein Libero hinter drei Verteidigern absicherte, während das ganze Team mehr reagierte als agierte – also in erster Linie verteidigte, bis sich Konterchancen ergaben. Unangenehm für die Gegner und nicht schön anzusehen für Fußballfeinschmecker.

 

Die schnalzten wiederum beim "Total Voetbal" aus der Ajax- Schule in den 70er-Jahren mit der Zunge. Im 4-3-3, das auch die niederländische Nationalmannschaft praktizierte, war die Variabilität der Spieler Basis für eine sehr offensive Spielanlage. AC Milan unter Arrigo Sacchi baute in den 90er-Jahren auf diesem System auf, im Prinzip kombinierte man das Beste aus Catenaccio und Total Voetbal. Bis heute entwickelte sich der Fußball insofern weiter, als sich die Viererkette ohne Libero durch setzte, der spanische Ballbesitzfußball "tiki taka" eine Epoche prägte und heute viele Teams neben der Abseitsfalle auf Umschaltspiel und/oder Dreierkette setzen.

So scheinbar auch Admira Wacker unter Trainer Zvonimir Soldo, zumindest bei den bisherigen Spielen und auch im letzten Test vor Beginn der Meisterschaft. Gegen Sturm Graz fielen auf beiden Seiten keine Tore, so sah die Aufstellung aus: Leitner; Bauer, Schösswendter, Aiwu; Kerschbaum (Lackner/85.), Pavelic, Toth (Hjulmand/85.), Kadlec, Lukacevic (Scherzer/74.); Hoffer (Saracevic/81.), Bakis (Pink/81.). Es fehlten verletzt Starkl und Vorsager. Nach jenem von Bakis wurden auch die Verträge von Bauer (bis 2022) und Lukacevic (2023) verlängert.

 

Schon bei diesem Spiel standen die Fans im Abseits, niemand durfte das Stadion betreten. Immerhin zwei Südstädter und ein Grazer Fan wurden vor dem Stadion gesichtet. Das wird bei den kommenden Meisterschaftsspielen nicht möglich sein, Ordner und Polizei werden das verhindern. Ob ähnlich wie im Kulturbetrieb bei Outdoor-Veranstaltungen verfahren werden könnte, wird aktuell diskutiert. Seit 29. Mai sind maximal 100, ab 1. Juli höchstens 500 Zuschauer mit entsprechendem Sicherheitskonzept, Abstand, aber ohne Maskenpflicht, erlaubt. Bis zu einer Entscheidung werden die Fans die Spiele lediglich im TV verfolgen können. Auch im ORF, der die Rechte für 15 Spiele erwarb. Dabei wähnten sich anfangs die Anhänger von Sturm, Hartberg und Admira im Abseits, da sie bei der Auswahl nicht berücksichtigt worden waren. Das wurde jedoch mittlerweile korrigiert, u. a. ist die Partie SCR Altach vs. FC Admira Wacker am 20. 6. im ORF zu sehen. Dieses Angebot benötigen Abonnenten der Südstädter jedoch nicht: Sie werden bei Verzicht auf die Restsumme vom Verein nicht nur namentlich auf einer "Retter-der-Admira-Wand" am Stadion verewigt (plus passendem Leiberl), sondern sie erhalten auch ein Sky-Abo bis Saisonende.

Die Unterstützerpakete von Admira für die restliche Saison

Die ersten Möglichkeiten, davon Gebrauch zu machen: Dienstag, 2.6., um 20:30 Uhr auswärts gegen die Violetten, am Samstag, 6.6., um 17:00 Uhr daheim gegen Mattersburg. Gegen den LASK tritt Admira Wacker bekanntlich nicht an, da die Linzer im oberen Play-Off engagiert sind. Dort starten sie mit 6 Punkten Abzug, zusätzlich setzte es eine Geldstrafe von € 75.000,-. Der LASK ging in Berufung. Fix ist, dass kein anderer Klub auf Grund des von den Linzern vorgelegten Materials belangt wird. Im Abseits steht der LASK durch das asoziale und unsportliche Verhalten jedenfalls für alle anderen Mitglieder der Bundesliga.

 

Forza im Abseits! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker!

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