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Good Night, Red Light

In der Vorwoche gab es einige interessante Neuerungen im Fußball. Auf internationaler Ebene wurden neue Regeln beschlossen, die ab kommendem Sommer gültig sein werden. Etwa, was das Handspiel betrifft oder den Abstoß und die Mauer bei Freistößen. Von dieser Thematik werde ich zeitnah zur Einführung noch intensiver berichten. In Österreich schwelte bereits seit dem Vorjahr der Konflikt um die Verteilung der TV-Einnahmen. Vor allem die zusätzliche Belohnung von Klubs, die ohnehin schon viel Geld aus Zuschauereinnahmen lukrieren, stieß einigen Vereinen sauer auf. Den Antrag zu einer Neuregelung wollten der LASK und Admira Wacker einbringen.

 

Doch so weit kam es dann bei der achtstündigen Sitzung gar nicht, die Vereine konnten sich auf eine neue Verteilung einigen. Zwar bleiben die vier Säulen Sockelbetrag (40%), Erfolg (30%), Ö-Topf und Zuschauer (je 20%) bestehen, aber die Spreizung zwischen den höchsten und niedrigsten Einnahmen insgesamt wurde gesenkt. Diese lag davor bei 2,5%, vermutlich liegt sie nun bei 2% oder sogar etwas darunter. Über diese Zahl wurde Stillschweigen vereinbart und bis dato auch eingehalten. Das heißt, dass die kleineren Klubs mit weniger Zuschauerzuspruch jetzt besser aussteigen als vorher. Warum sie sich bei der ursprünglichen Abstimmung nicht schon so verhielten wie jetzt, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Aber positiv ist, dass man sich als Liga einig wurde und der Streit nicht eskalierte. 

Die beiden Letztplatzierten in der Tabelle profitieren auch von der neuen Regelung – Altach und Admira Wacker trafen am vergangenen Samstag im direkten Duell aufeinander. Vor der Reise ins Ländle besuchte der Kader der Südstädter noch den verletzten Bjarne Thoelke im Spital. Beim gemeinsamen Mittagessen wurde die Parole "good night, red light" ausgegeben – sprich das Ziel des Ausflugs nach Vorarlberg war, die rote Laterne mit einem Auswärtssieg dort zu lassen. Für diesen Plan fiel zunächst noch Kolja Pusch kurzfristig aus.

 

Die erste Halbzeit hatte außer einem sehenswerten Volley-Stangenkracher der Hausherren nicht sehr viel zu bieten, sie endete torlos. Mit diesem Resultat hätten die schwarz-weiß-roten das "red light" wieder mit in die Südstadt nehmen müssen. Doch dagegen hatten sie etwas. Etwas Wirksames: Der zur Pause eingewechselte Sasa Kalajdzic bediente mit einem sehr schönen Pass Pippo Schmidt, der zur Führung für Admira Wacker einschoss. Damit wurden zwei mögliche Transfers bestätigt, die nicht getätigt wurden. Nämlich jener des "Langen" nach Wien und der von Alex Meier – denn mit Schmidt haben die Südstädter einen Eigenbau-Goalgetter, der in den letzten 5 Spielen 6-mal traf.

Stephan Zwierschitz hätte kurz danach bereits alles klar machen können. Doch er vergab den Elfmeter nach Foul an Abwehrchef Christoph Schösswendter. Damit mussten die Gäste noch bis zum Ende zittern, obwohl Altach nicht mehr wirklich gefährlich wurde. Und Zwierschitz hätte die Serie mit jeweils mindestens zwei erzielten Treffern gegen Altach auf 6 Spiele ausbauen können. Egal, viel wichtiger war der Sieg und damit auch die Übergabe des "red light". Verlängert wurde indes die Serie von ungeschlagenen Spielen der Südstädter im Schnabelholz, sie halten dort bei je zwei Siegen und Remis. Doch auf die Altacher – dann mit neuem Trainer, Grabherr wurde entlassen - werden sie in der Abstiegsrunde noch zweimal treffen.

 

SCR Altach - Admira Wacker 0:1 (0:0)

 

Torschütze:

54' Patrick Schmidt 0:1

 


Möglicherweise auch noch auf den SKN, wenn der seine Performance im Frühjahr auch am kommenden Sonntag in der Südstadt fortsetzt. Dazu müsste aber auch die Konkurrenz mitspielen, der Kampf um die Plätze im Oberen PlayOff ist noch sehr spannend. Schade, dass Admira Wacker mit dem schlechten Herbst keine Chancen mehr auf einen Platz dort hat. Aber die beiden zu-Null-Siege zum Auftakt gegen direkte Konkurrenten machen Hoffnung auf einen erfolgreichen Abstiegskampf, in dem das "red light" nicht wieder in die Südstadt zurück kehrt. Auf das NÖ-Derby fiebern die Fans schon hin, die Südstadt Fanatics arbeiten bereits auf Hochtouren an der Choreographie.

 

 

Forza good night, red light! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

Am 10. März um 17:00 Uhr spielt Admira Wacker in der BSFZ Arena gegen SKN St. Pölten

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