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Elferkiller

Quo vadis, Admira? Das war meine Frage in der Vorwoche. Die ich nicht klar beantworten konnte, außer dass der Trainerwechsel in dieser heiklen Phase sehr bedenklich und riskant war. Welch schlechte Nachrede Klaus Schmidt von Vereinsseite in etlichen Interviews zukam, ist aus meiner Sicht ebenso bedenklich wie das Lob über seinen Vorgänger Reiner Geyer. Der im Gegenteil zu Schmidt davor nie einen Job als Cheftrainer eines Bundesligisten inne hatte, mit diesem ganz offensichtlich völlig überfordert war. Es muss wie der blanke Hohn für Schmidt (dessen Vertrag sich im Fall des Klassenerhaltes um ein Jahr verlängern würde) klingen. Doch der ist Geschichte, klar ist einzig, dass es für Admira Wacker demnächst in die Qualifikationsgruppe geht.

 

Ganz wo anders hin führt die Qualifikation für das EL-Achtelfinale den LASK: Ins "Theatre of dreams" - Old Trafford, die Heimstätte von Manchester United. Wer hätte das vor drei Jahren gedacht, als die Linzer noch in der zweiten Liga spielten? Bei den Athletikern wurde bereits damals wie auch heute sehr viel richtig gemacht, das ist der Lohn für die gute Strategie, die mit Nachdruck verfolgt wird. Im sportlichen Bereich vermisst man das in der Südstadt aktuell, aber kurzfristiges Ziel kann ohnehin nur der Klassenerhalt sein. Wie bei den Admira Juniors, die zum Rückrundenstart sensationell mit 1:1 einen Punkt aus dem Marchfeld vom Tabellenführer nach Hause nahmen. Dabei avancierte Marcel Köstenbauer zum Elferkiller, nachdem Manuel Botic seine Farben per Elfmeter in Führung gebracht hatte. Der Ausgleich gelang Mannsdorf erst in der 86. Minute. Ein gutes Signal für eine ähnliche Aufholjagd wie im Vorjahr, als es der Elf von Csabo Szanto noch gelang, die Klasse zu halten. 

Das ist eben auch das Ziel der "Ersten", nun unter Leitung von Zvonimir Soldo. Der Kroate hatte eine bemerkenswerte Karriere als Profi – er wurde mit den "Vatreni" 1998 WM-Dritter, spielte 10 Jahre bei Stuttgart, unter anderem mit Felix Magath als Trainer. Dessen Assistent er 2017 bei Luneng in China war. Zuvor coachte er Dinamo Zagreb zum Double, verhinderte bei Köln den Abstieg. Seit damals sind aber knapp zehn Jahre vergangen, in denen er abgesehen von nicht einmal einem Jahr in China wenig mit Profifußball zu tun hatte. Trotzem ist er unbestritten ein Fachmann auf seinem Gebiet und ich erwähnte bereits in der Vorwoche, dass ich ihm bei seiner Mission alles Gute wünsche.

 

Die Spieler sollten Profis genug sein, um sich vom zweiten Trainerwechsel der Saison nicht beeindrucken zu lassen. Das betonte der wieder fitte Christoph Schösswendter nach einem Gespräch des Trainers mit dem Mannschaftsrat. Beim ersten Spiel der Ära Soldo fehlte Dominik Starkl, der sich einer Kreuzbandoperation unterziehen musste. Wir wünschen ihm auf diesem Weg baldige Besserung! Weiters fielen die angeschlagenen Sinan Bakis, Kolja Pusch, Willi Vorsager, Bjarne Thoelke und Seth Paintsil sowie der gesperrte Morten Hjulmand aus. Auf der Gegenseite beendete mit Florian Mader ein Top-Profi mit 37 Jahren seine Karriere. Ein weiterer 37-jähriger stand mit Maierhofer in der Startelf der Tiroler. Der war mittendrin in der Startoffensive seines Teams, das etliche hochkarätige Chancen vergab. Die beste davon war ein Strafstoß von Dedic, bei dem aber Andi Leitner wie sein Juniors-Kollege am Vortag zum Elfer-Killer wurde. Leitner war der mit Abstand beste Mann seiner Elf, die er mehrfach mit Paraden im Spiel hielt.

Sturm Graz Logo
Logo Admira Wacker

WSG Wattens - Admira Wacker 1:1 (0:0)

 

Torschütze:

64' Erwin Hoffer

 


Von den Gästen war wenig bis gar nichts zu sehen, insgesamt war es von beiden Teams ein gruseliger Kick – quasi die Fastenzeit auf dem Spielfeld. Dedic machte es in Minute 60 aber besser als beim Elfer und brachte Wattens verdient in Führung. Doch die Freude währte nicht lange, bereits 5 Minuten später zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt. Jimmy Hoffer trat an und verwandelte zum wichtigen Ausgleich. Es war einer von zwei Torschüssen der Südstädter im gesamten Spiel, die auch dank Elferkiller Leitner das 1:1 über die Zeit retten konnten. Damit bleiben sie auch im 7. Duell mit Wattens ungeschlagen (4-3-0) und kletterten gar einen Platz in der Tabelle nach oben. Nun ist man weiter punktegleich mit Wattens und dem neuen Schlusslicht SKN, hat aber die "beste" Tordifferenz der drei. Ein Spiel des Grunddurchgangs steht am Samstag noch auf dem Programm, in der Südstadt um 17:00 Uhr gegen Altach. Auch auf die Vorarlberger wird man in der Qualifikationsrunde wie auf die beiden vorhin genannten Klubs noch zweimal treffen.

 

Am Sonntag empfangen die Admira Juniors um 15.30 Draßburg. Mal sehen, ob es wieder Elferkiller benötigen wird. 

 

Forza Elferkiller! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

Ankündigung Heimspiel von Admira gegen SCR Altacht

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