Nach dem (WM)-Pokal ist vor dem (ÖFB)-Pokal. Da wurde bekanntlich am vergangenen Wochenende mit der 1. Runde die heimische Saison gestartet. In die Admira Wacker ohne Brustsponsor gehen sollte, wie ich letzte Woche berichtete. Welch Irrtum! Mit DIMOCO übernahm ein langjähriger Partner und Unterstützer des Vereins den vakanten Platz von Flyeralarm. Auf den Ärmeln der Dressen ist das Logo der RB Mödling zu sehen. Und es war nicht der einzige Irrtum. Meine Skepsis gegenüber dem Multiclub Owner/Teilhaber DSM wich vorsichtigem Optimismus. Wie zuletzt erwähnt, stellte sich Martin Dellenbach im Rahmen des Jour Fixe von Vereinsverantwortlichen und Fans der Runde vor. Und auch seine Pläne, sein Konzept, das sehr schlüssig, logisch und vernünftig präsentiert wurde. Im Gegensatz zu Befürchtungen, dass es nur um schnellen Profit ginge, liegt dem Selfmade Millionär vor allem die Entwicklung des Klubs inklusive der Spieler am Herzen. Die Pläne sind durchaus mit jenen des Vereins kompatibel, könnten – wie ein Teilnehmer formulierte- in nahezu gleicher Form von den Fans stammen. Gemessen wird Dellenbach an seinen Taten werden. Derer er auch in der Südstadt schon welche getan hat, nämlich im Frühjahr mit seiner Geldspritze die Insolvenz abzuwenden.
Nicht mehr an Bord bei diesem Projekt ist mit Michael Gruber ein Südstädter Urgestein. Der heute 60jährige kickte u.a. für Sturm, die Wiener Violetten und 241mal für Admira Wacker. Dort übte er zahlreiche Trainertätigkeiten aus – jene als Co der Ersten und der Panthers, die er kurzfristig auch als Chef betreute. Weiters war er als sportlicher Leiter der Jugend tätig und er betreute über viele Jahre die U15, 16 und 18. Was er auch zuletzt tat, bis es zur Trennung kam. Ein weiterer Verlust eines verdienstvollen Herzblut-Admiraners, der dem Klub fehlen wird. Danke für Deinen unermüdlichen Einsatz, lieber Michl und alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg! Was die Räumlichkeiten von Gate 2 Admira betrifft – ich berichtete in der Vorwoche über die angeordnete Räumung dieser – wurde das vertagt und es wird in dieser Woche Gespräche diesbezüglich geben.
Beim Jour fixe wurde viel besprochen, ich bitte um Verständnis, dass ich hier aus Gründen der Vertraulichkeit nicht ins Detail gehen möchte. Jedenfalls standen neben Dellenbach auch Trainer Harald Suchard und Sportdirektor Ralf Muhr Rede und Antwort. Der Coach bestätigte, dass die sportliche Situation aktuell sehr angespannt ist, es noch sehr viel Arbeit zu tun gibt. Und sich die Fans vor allem zu Beginn der Saison nicht allzu viel erwarten sollten, vielmehr ihre Leidensfähigkeit auf die Probe gestellt werden könnte. Muhr erklärte, welche Transfers bereits getätigt wurden und welche eventuell noch bevorstehen. Der an diesem Abend angekündigte Linksverteidiger schlug dann einen Tag danach in der Südstadt auf. Emmanuel Michael kommt leihweise vom LASK für die aktuelle Saison. Kurioserweise (weil er bereits in Österreich gemeldet ist) warten sowohl er als auch Benjamnin Nyarko auf ihre Arbeitserlaubnis in Form der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Daher waren die beiden Genannten im Cup noch nicht spielberechtigt, blieben aber nicht die einzigen Ausfälle. Die personelle Situation war bereits in der vergangenen Trainingswoche sehr angespannt, am Freitag etwa trainierten nur 15 Feldspieler inklusive zweier Testpiloten. Über mögliche Neuzugänge und vieles weitere berichtet in bewährter Qualität deradmiraner.at. Der dann auch am Sonntag live in Leithaprodersdorf dabei war. Ich gratuliere dem Landesligisten und gehe davon aus, dass die Party lange gedauert hat. Die Burgenländer nutzten in der 1. Halbzeit zwei kapitale Fehler der Gäste und erzielten ebenso viele Tore. Obwohl die Hausherren schon gegen Ende von Durchgang eins körperlich unterlegen schienen, konnten die Südstädter daraus gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Gegner kein Kapital schlagen. Außer einem Treffer in Halbzeit zwei, das war’s dann aber auch schon. Die Leidensfähigkeit der mitgereisten Fans wurde auf eine harte Probe gestellt. Diese ist ja durchaus ein Merkmal der Fans von Admira Wacker, dass sie in der aktuellen Saison überbeansprucht werden könnte, ist fast zu befürchten.
Man sollte also gewappnet sein am kommenden Freitag (31.7., 18.30) beim Meisterschaftsauftakt gegen das 2. Hütteldorfer Team. Übrigens: Wer nicht im Stadion dabei sein kann oder möchte, das Spiel auf laola1.tv sehen will, muss ab dieser Spielzeit dafür bezahlen. Pro Saison, Monat oder Spiel, alle Details sind hier verlinkt. Mit einem Abo für die Heimspiele von Admira Wacker erhält man übrigens 20% Rabatt auf das Ganzjahres-Abo von Laola. Damit man seine Leidensfähigkeit vor dem Bildschirm ausleben kann.
Forza Leidensfähigkeit! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)
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