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Bist du deppert!

3. und letzter Spieltag in der Gruppe J, gleichzeitig die letzten beiden Matches in der Vorrunde. Daher wussten die Kontrahenten schon vor der Partie, welches Resultat sie für ein Weiterkommen benötigten. Das betraf nicht Argentinien (bereits fix Gruppensieger) gegen Jordanien (Abschiedsspiel), sondern Algerien und Österreich. Die Afrikaner mussten ebenso wie der ÖFB anschreiben, um in K.O.-Runde einzuziehen. Bei einer Niederlage wäre für alle 2 bereits Endstation gewesen. Daher wäre quasi eine Neuauflage der „Schande von Gijon“ aufgelegt gewesen, weil mit einem Remis beide Nationen weiterkämen. Zum Schaden der 8.platzierten Gruppendritten Iraner, die aber nur von Algerien verdrängt werden konnten. Denn Österreich musste punkten, um aufzusteigen, als fixer Gegner für den Gruppenzweiten stand Spanien fest. Das wollte Algerien eher verhindern, mit einem Unentschieden träfen sie auf die Schweiz. Soweit zur Ausgangslage vor dem Spiel.

 

Das dementsprechend verhalten begonnen wurde, in der ersten Phase neutralisierten sich die beiden Teams, ging es eher vorsichtig zur Sache. Praktisch aus dem Nichts schlug dann in Form der Kombination Lupfer David Alaba auf Marko Arnautovic mit Torabschluss die Rangnick-Elf zu, ging in Minute 28 mit der ersten gefährlichen Aktion in Führung. Danach wieder dasselbe Schema wie schon gegen Jordanien. Anstatt das Momentum zu nutzen und nachzusetzen, eventuell den zweiten Treffer zu erzielen, überließ man den Nordafrikanern die Initiative. Das Resultat nach zwei guten vergebenen Chancen war der verdiente Ausgleich in der 45. Minute. Ein Dreifachwechsel zur Pause brachte Schwung in Österreichs Spiel, in der 55. Minute ging man durch den Ex-Südstädter Marcel Sabitzer erneut in Führung. Diesmal dauerte es mit der gleichen Schablone nur 5 Minuten bis zum Ausgleich.

 

Danach wurde der Ball weitestgehend in den eigenen Reihen gehalten, ohne zu viel Risiko in Angriffe zu investieren. Nach mehr als 90 Minuten Nichtangriffspakt rechneten alle mit dem 2:2, doch da fand Algerien eine Lücke und Mahrez sorgte mit seinem zweiten Tor zum 3:2 für lange Gesichter bei den österreichischen Fans. Das passierte in Minute 93, während die Algerier jubelten, wurde eine Minute danach Sasa Kalajdzic eingewechselt, wiederum eine Minute danach schrieb der in der Südstadt groß gewordene Stürmer Geschichte. Eine Szene, die sich in das Fußballgedächtnis Österreichs einbrennen wird. Marcel Sabitzer zieht links auf, flankt in den Strafraum, Michael Gregoritsch legt per Kopf zurück auf Sasa Kalajdzic, der gegen die Bewegungsrichtung des Tormanns zum unerwarteten 3:3 einköpft. Geil war jedenfalls die Reaktion des Reporters Dani Warmuth, nämlich „bist Du deppert“!

Vor einigen Jahren begeisterte der Torschütze bereits gegen den letzten Testspielgegner von Admira
Vor einigen Jahren begeisterte der Torschütze bereits gegen den letzten Testspielgegner von Admira

Damit gab es das für beide Teams benötigte Resultat, aber die Dramaturgie am Ende wäre schwer zu erfinden gewesen. Warum musste es aber so kommen, warum konnten Ralf Rangnicks Burschen den Sack nicht zumachen und warum spielten sie das Geschiebe mit erheblichem Risiko mit? Dazu gab es von Spielerseite einige kritische Stimmen, sich damit nicht wohlgefühlt zu haben. Das muss definitiv intern noch aufgearbeitet werden. Wobei für die Partie gegen Spanien im Sechzehntelfinale eigentlich die Lehren aus dem Argentinien-Spiel gezogen werden sollten. Wenn die ÖFB-Elf es nicht anders und besser anlegt, wäre der Europameister wohl logischer Sieger. Doch die K.O.-Phase hat eigene Gesetze, da geht es um alles oder nichts. Und warum sollte keine Überraschung gelingen?

 

Admira Wackers Team trainiert bereits seit 22. Juni, absolvierte am vergangenen Samstag das erste Testspiel in Hartberg. Der Zweitligist hielt bei extrem hoher Temperatur lange mit dem Bundesligisten mit, erst in der Schlussviertelstunde konnte Hartberg den 3:1-Sieg fixieren. 22 Spieler wurden eingesetzt, darunter mit Tim Jagersberger ein Neuzugang sowie die von den Panthers hochgezogenen Denis Lorint, Benjamin Glitia und August Tscheppe. Nicht zum Einsatz kam Neuverpflichtung Benjamin Dzanovic von Frankfurt auf Grund einer leichten Verletzung. Dafür wurden mit Jakob Geister und Nico Forobosko 2 Spieler getestet, die bei Lafnitz engagiert sind. Kein Zufall, auch dort hält Martin Dellenbach Anteile wie in der Südstadt. Weitere Testpiloten sollen folgen.

 

Am kommenden Freitag wird der nächste Test ausgetragen werden. Und zwar in St. Veit gegen den WAC mit Ex-Trainer Thomas Silberberger. Möglicherweise der einzige Termin in der Vorbereitung, den ich auf Grund meines Kärnten-Urlaubes wahrnehmen werde können. Das ist allerdings noch nicht sicher, fix jedenfalls ist, dass ich wie jedes Jahr ein paar Tage im Café Seerose am Aichwaldsee bei lieben Freunden verbringen werde. Dort werde ich mir ebenfalls fix Österreichs nächstes Spiel ansehen, gegen Spanien wird am Donnerstag (2.7., 21h) angekickt werden. Damit besteht einerseits die Chance, den nächsten Sieg nach jenem gegen Jordanien bereits nach 15 Tagen einzufahren, es könnten aber auch wieder 13 147 Tage werden, so wie von 1990 bis 2026. Wir werden sehen.

 

Forza bist Du deppert! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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