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13147 Tage

Was ist schon ein Tag im Vergleich zu 13 147? Der eine Tag nämlich, an dem es um 19:05 heißt „Jetzt geht’s los“, mit der Kurvenlage, der ist normalerweise der Montag. Aber weil gestern um diese Uhrzeit wohl wirklich niemand lesen wollte, weil da etwas weit Interessanteres stattfand, erscheint die Kolumne ausnahmsweise heute Dienstag. Ich hoffe, das können alle verkraften. Aber im Ernst, die oben genannte fünfstellige Zahl benennt die Zeitspanne von Österreichs letztem Sieg bei einer WM der Herren bis zu dem gegen Jordanien am vergangenen Mittwoch. 36 Jahre gingen ins Land, bis die Nation wieder über einen vollen Erfolg jubeln durfte. Das ist eine viel zu lange Zeit, abgesehen davon habe ich an dieser Stelle noch einen Fun Fact zur Hand. Als das ÖFB-Team am 19. Juni 1990 im Stadio Artemio Franchi in Florenz die USA mit 2:1 besiegte (Torschütze zum 1:0 Gerhard Rodax selig), war ich ebenso knapp 19 Jahre alt wie mein Sohn jetzt. Er erlebte an seinem Maturatag (bestanden!) den historischen Dreipunkter. Jede Menge Gründe, um zu feiern! Bis es dazu kam, waren einige Hürden zu überwinden.

 

Das Team von Ralf Rangnick agierte die längste Zeit zwar nervös und ungewohnt fehlerhaft, unpräzise, es fand kaum Löcher in der jordanischen Abwehrmauer. Die Mauer durchbrach ein Traumtor von Romano Schmid in der 21. Minute. Die jeweils 10-15 Minuten vor und nach Seitenwechsel ließen die Rot-Weiß-Roten allerdings zu viel zu von Jordanien. Die logische Folge war der Ausgleich in Minute 50. Das war sehr ärgerlich für die Fans und machte die Partie völlig unnötig spannend. Entstanden aus einem Fehler von Xaver Schlager im Mittelfeld und lediglich Begleitschutz zum Strafraum durch Philipp Lienhart. Doch Rangnicks Burschen ließen sich weder von diesem Rückschlag aus der Bahn werfen, noch vom (zurecht) aberkannten Tor durch Marko Arnautovic in der 67. Minute. Da standen bereits seit 8 Minuten drei frische Kräfte auf dem Feld. Kevin Danso, Carney Chukwuemeka und Paul Wanner brachten frischen Wind ins Spiel der Österreicher, denen aber die Zeit davonzulaufen begann.

 

Arnautovic kam zur Pause für Kalajdzic und er war neben dem aberkannten Treffer dann auch an den beiden entscheidenden beteiligt. In Minute 76 erzwang er ein Eigentor Jordaniens, in der Nachspielzeit (102.) besorgte er das 3:1 per Elfmeter. Dass im Prinzip alle eingesetzten Spieler mehr können, noch genug Luft nach oben ist und ein vergleichsweise eher schwaches Spiel den Sieg brachte, möchte ich positiv bewerten. Mit dem Erfolg kommen Sicherheit und Selbstbewusstsein. Unter anderem diese Faktoren sollten auch für einen Erfolg gegen den regierenden Weltmeister sorgen. Die Statistik sprach jedenfalls vor dem Spiel für einen Sieg Österreichs. Zweimal gab es bei einer WM Duelle mit dem aktuellen Champ – 1954 wurde Uruguay besiegt und 1978 gab es Cordoba.

 

Um es kurz zu machen: die Serie ist gerissen. Argentinien war ein souveräner Sieger, wieder einmal vor allem dank Messi. Hätte er nicht den nach der 1. Aktion seines Teams verhängten Elfmeter verschossen, stände er nach 2 Spielen bei bereits 6 Treffern. So sind es „nur“ 5, auch ned schlampert. Die „Gauchos“ ließen gegen Österreich nur 1 ½ Torchancen zu. Lediglich aus den wenigen Standardsituationen hätte die ÖFB-Elf Kapital schlagen können. Dem Weltmeister genügte eine unaufgeregte, durchschnittliche Leistung. Sogar einige gute Chancen – neben dem Elfer – konnte sich der Titelverteidiger leisten, zu vergeben. Österreich hätte schon einen besonderen Tag mit dem einen oder anderen Genieblitz benötigt, um anschreiben zu können. Nun liegt der Fokus voll auf dem 3. Gruppenspiel am Sonntag (28.6., 4h) gegen Algerien. Die Nordafrikaner besiegten Dienstag Früh Jordanien mit 2:1 und halten nun wie Österreich bei 3 Punkten, weisen aber das schlechtere Torverhältnis auf. Daher genügt dem ÖFB ein Unentschieden zum Aufstieg.

Fabian Feiner erhält eine Verlängerung seines Profivertrages - Foto Admira Wacker
Fabian Feiner erhält eine Verlängerung seines Profivertrages - Foto Admira Wacker
Tim Jagersberger wechselt aus Wieselburg in die Südstadt - Foto Admira Wacker
Tim Jagersberger wechselt aus Wieselburg in die Südstadt - Foto Admira Wacker

Bereits einen Tag vor  Österreichs Match wird Admira Wacker sein erstes Testspiel beim TSV Hartberg austragen (27.6., 15.30). Fix nicht dabei sind neben Stefan Haudum, Deni Alar, Manuel Holzmann, Marco Schabauer und Matija Horvat seit der Vorwoche auch Kapitän Lukas Malicsek sowie Filip Ristanic. Der Käpt’n wechselte zur SV Ried, Ristanic zu Ligakonkurrent BW Linz. Wie auch immer, selbst wenn noch weitere Kicker die Südstadt verlassen sollten, wird ein durchaus konkurrenzfähiges Team verbleiben. Vermutlich wird dieses nicht um den Aufstieg spielen, aber mit vielen Eigenbauspielern auch nicht gegen den Abstieg. Erfreulich ist jedenfalls, dass Fabian Feiner einen neuen Vertrag erhielt, die Eigengewächse Denis Lorint und Lukas Limbeck offiziell hochgezogen wurden, sowie die Verpflichtung des Wieselburgers Tim Jagersberger. Los geht’s in von heute Dienstag an 31-33 Tagen, das ist im Vergleich zu den 13 147 Tagen ein überschaubarer Zeitraum. Es wird das Wochenende der ersten Cuprunde sein, die Reise wird Admira Wacker nach Leithaprodersdorf führen. Bis dahin heißt es zumindest noch einmal „Immer wieder Österreich“ – und die Möglichkeit nach dem Sieg gegen Jordanien nur 11 Tage bis zum nächsten verstreichen zu lassen.

 

Forza 13 147 Tage! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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