Nach dem Heimspiel in Pölten gab es für Admira Wacker nur noch eine mit der Lupe sichtbare Miniatur-Chance zum Aufstieg. In der vorletzten Runde ging die Reise nach Salzburg, Gegner war wie vor einem Jahr in derselben Runde der FC Liefering. Analog dazu verdarben die Jungbullen den Südstädtern erneut die letzte Hoffnung. Denn auf Grund des Remis von Lustenau in der selben Stadt gegen die Salzburger Austria hätte die Elf von Harald Suchard mit einem Sieg zwar keine große Chance mehr gehabt, aber zumindest eine spannende letzte Runde erzwingen können. Doch davon war man sehr weit entfernt, ein im Vergleich zur Vorwoche blutleerer Auftritt endete mit einem peinlichen 0:3. Das Positivste daran war das Kampfmannschaftsdebüt von Sergej Savic, der von Beginn an spielte. Ansonsten war es eine Offenbarung der mangelnden Qualität dieses Kaders, der in dieser Saison viel zu oft umgefallen war. Ob die Spieler ähnlich trauern wie die Fans, wage ich in den meisten Fällen zu bezweifeln.
Selbstverständlich ist es pietätlos, das Verfehlen des Saisonziels eines Fußballklubs auch nur annähernd mit dem Tod eines Menschen zu vergleichen. Selbst wenn es sich wie hier um den zweifellos geilsten Klub der Welt dreht. Doch Trauer ist ein Gefühl, das sich grundsätzlich bei negativen Erlebnissen einstellt. Egal in welchem Zusammenhang und in welcher Graduierung das vonstattengeht, es sollte der Trauer immer Raum und Zeit gewidmet werden. Ja, auch Männer weinen – alles schon gesehen im Stadion. Die emotionale Bindung an einen Fußballverein ist einerseits nicht diskutabel, andererseits um so weniger rational erklärbar. Klar gibt es „Normalos“, die im Normalfall (sic) am Sitzplatz daheim sind. Was aber keine Klassifizierung bedeuten soll, auch dort fiebern Vollblutfans mit. On top: Der verstorbene damalige Verteidigungsminister Dr. Robert Lichal. Dieser war mit einem Organ gesegnet, das in der Südstadt niemand überhören konnte – und er machte gerne davon Gebrauch, ob vor Freude oder im Frust.
FC Liefering - Admira Wacker 3:0 (1:0)
Kurzum: Logischerweise sind die Enttäuschung und folglich die Trauer umso stärker, als die Leidenschaft für z.B. einen Menschen oder eine Sache ausgeprägt ist. Damit haben die Südstädter Fans reichlich Erfahrung, besonders in den letzten Jahren. Da gab es zwar das eine oder andere Highlight, aber insgesamt nicht viel zu feiern. Wo doch die Leute so gerne feiern, frage nicht. Klar könnte man jetzt Ultra sein oder werden. Weil die Gruppe denselben Stellenwert wie die Mannschaft hat, da kann die eigene Performance durchaus die Trauer über sportliche Enttäuschungen überstehen lassen. Um nicht missverstanden zu werden – ich sehe das absolut wertfrei, möchte diesbezüglich keinerlei Kritik üben. Im Gegenteil: Genau dieser Support, die Choreos, die Stimmung mit lässigen Leuten, ob daheim oder auswärts, ist oft genau die notwendige Labsal für meine geschundene Fußballseele.
Wie aber nun umgehen mit Trauer, wie die Trauerarbeit angehen? Vorab: Vom Missbrauch diverser Genussmittel ist dringend abzuraten. Gespräche können da viel mehr helfen, inklusive Reflexion der Geschehnisse. Natürlich hat jede Person ihre eigene Art, mit Trauer umzugehen. Manch eine redet sich gerne den Frust von der Seele, verarbeitet Trauer derart. Ein anderer zieht sich lieber zurück und trauert still. Wer in welcher Intensität und Dauer trauert, ist völlig individuell. Doch auch, wenn es pathetisch und abgedroschen klingt: irgendwann kann nach der Trauerphase auch wieder neue Hoffnung geschöpft werden, muss es eigentlich, denn das Leben geht immer weiter. Neue Saison, neues Glück? Dazu benötigt es einerseits Klarheit darüber, welche Ziele ein Verein hat, wie er sich positioniert, welche Ambitionen und Möglichkeiten. Danach kann sich die Hoffnung der Fans richten. Bei Admira Wacker stehen aktuell ganz viele Fragezeichen, eigentlich in allen Bereichen. Wirtschaftlich, strukturell, organisatorisch und nicht zuletzt sportlich ist alles offen.
Es herrscht Unklarheit darüber, wer den Klub weiterführen und finanzieren wird. Dadurch sind alle weiteren Schritte vorerst blockiert, können keine Entscheidungen getroffen werden. Da ist der Präsident gefordert, rasch eine gute Lösung für die Zukunft des Vereins zu treffen. Erst dann können Punkte wie die Nachfolge des freigestellten Geschäftsführers Bernhard Schmidt angegangen werden. Wie auch alle sportlichen Belange, vom Sportdirektor über den Trainer bis zu den Spielern. Wobei 19 gültige Verträge existieren, da muss man sich in den meisten Fällen schon fragen, mit welcher Kompetenz diese abgeschlossen wurden. Wie auch immer, viele Fans betreiben Trauerarbeit, werden aber trotzdem die letzte Partie am kommenden Donnerstag (14.5., 17h, Südstadt) besuchen. Und für einen würdigen Ausklang der Jubiläumssaison auf der Tribüne sorgen. Einen Tag später (Fr 15.5., 19h) empfangen die Admira Panthers daheim den ASV Schrems. Die Panthers siegten übrigens letzte Woche in Ebreichsdorf mit 3:0.
Forza Trauerarbeit! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)
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zwazl heinz (Mittwoch, 13 Mai 2026 09:46)
Natürlich haben wir alle gehofft das der Aufstieg heuer erreicht wird, die Anzeichen waren gegeben. Unerklärlich sind die Leistungsschwankungen die Phasenweise auftraten und die ganze Mannschaft betrafen. Woran das gelegen hat sollte die Vereinsführung analisieren die sicher mit dieser Saison nicht zufrieden sein kann.
Die Freunde und Fangemeinde von Admira wird auch weiterhin dem Verein die Treue halten aber es wäre hoch an der Zeit ihnen auch ein Erfolgserlebnis zu gönnen !