Der count down zur Eröffnung des renovierten WSK-Platzes lief bereits lange, am vergangenen Freitag war es dann so weit. Ein Schmuckkasterl für einen Regionalligisten, count up wird es für diesen Platz aber maximal in Liga zwa geben, da das Spielfeld für die 1. Liga zu klein ist und zudem keine Rasenheizung installiert wurde. Warum ich darüber berichte? Weil in halb Österreich neu gebaut und renoviert wird, während in der Südstadt nächstes Jahr das 60jährige Jubiläum der Stadioneröffnung gefeiert werden wird. Und das sieht man auch, weil über viele Jahre fahrlässig wenige Maßnahmen gesetzt wurden, um auf neuem Stand zu sein. Dafür nimmt etwa die SV Ried aktuell 16 Millionen Euro in die Hand, um Stadion und Infrastruktur zu erneuern. Weitere Beispiele gäbe es zur Genüge, doch das soll heute nicht das Thema sein. Auch, weil es nicht die einzige Baustelle in der Südstadt ist.
Dort versammelten sich am vergangenen Freitag im Südstadt – Café die Fans zur Einstimmung auf das Spiel gegen die Vienna. Mitten drinnen auch Legende Hubert Baumgartner, der bei den älteren Semestern Erinnerungen weckte. Nämlich an die Fight Night, die sich am 15. April zum 20. Mal gejährt hatte. Damals fungierte der Ex-Goalie als Sportlicher Leiter, konnte aber den Abstieg nicht verhindern. Währenddessen kickte die Konkurrenz am Freitag bereits um 18h, der FAC schlug Amstetten mit 5:0 und Lustenau zog mit einem 3:0 gegen die jungen Grünen vorerst auf 7 Punkte davon. Also war die Elf von Harald Suchard zum Siegen verpflichtet, aber das war ja eigentlich schon eine Woche davor gegen Salzburg so gewesen – Ergebnis bekannt. Vor dem Spiel wurden 3 Mitglieder der 1966er- Doublesieger-Mannschaft geehrt. Es gab großen Applaus für Pepi Wahl, Günther Kaltenbrunner und Gerhard Pinisch, ihnen und ihrem Team war auch die wunderschöne Choreografie der Kurve gewidmet.
Fotos: Admira Wacker
Admira Wacker - First Vienna FC 0:0 (0:0)
Damit waren die Höhepunkte des Abends auch schon erreicht, das Spiel konnte da nicht mehr mithalten. Doch von Anfang an: Bei der Vienna fehlte Kapitän Luxbacher, Admiras nomineller Kapitän Lukas Malicsek kam erst in der 54. Minute zum Einsatz, er saß vorerst auf der Bank. Dort fehlten verletzungsbedingt Alexander Schmidt (Muskelfaserriss, er wird länger ausfallen), Filip Ristanic, Aaron Sky Schwarz und Aristote Tambwe-Kasengele sowie der gesperrte Turgay Gemicibasi und Nadir Ajanovic auf Grund seines Grundwehrdienstes. Durchaus schmerzhafte Ausfälle, die aber nicht als Ausrede für das schwache Spiel der Hausherren gelten dürfen. Ein Torschuss in der 3. Minute, damit sind die Möglichkeiten in der ersten Hälfte auch schon aufgezählt. Wobei dieser Abschnitt gegen ein Team, das immerhin mit Lustenau, dem FAC und dem SKN 3 der Topteams im Frühjahr geschlagen hatte, noch ganz ok. Und glücklich, weil die Wiener bei einem Angriff mit zwei aufeinanderfolgenden Stangentreffern Pech hatten.

Das toppten sie dann in Durchgang 2 noch, als am Ende die Kombination linke Stange- Latte – rechte Stange einen Treffer verhinderte. Dem waren die Gäste bei weitem näher als Admira Wacker. Wo man sich fragen muss, wieso ein Deni Alar erneut wie in Salzburg im Mittelfeld herumlaufen muss, anstatt dort eingesetzt zu werden, wo seine Stärken sind. Doch viel mehr störte die Fans die Lethargie, das fehlende Animo und Herzblut ihres Teams, bei dem man nie das Gefühl hatte, dass es unbedingt gewinnen wollte. Wozu auch das Trainerteam mit Aufstellung und Wechseln seinen Beitrag leistete. Am Ende war es ein glücklicher Punkt, den auch der in der 2. Hälfte für den verletzten Jörg Siebenhandl eingewechselte Clemens Steinbauer rettete. Und klar war es wenig Trost für die Fans, dass durch das 11. Remis und den einen Punkt ein Tabellenrang gutgemacht wurde. Ebenso wie die Tatsachen, dass man 3 Spiele in Folge ungeschlagen sowie zweimal hintereinander ohne Gegentreffer blieb, die ungeschlagene Serie gegen die Vienna (3-1-0) fortgesetzt wurde. Denn was zählt, ist der Rückstand auf Lustenau, der nun 6 Punkte beträgt. Geschuldet einem schwachen Frühjahr, in dem 2 Siege, ebenso viele Niederlagen und 4 Remis zu Buche stehen. Der letzte Sieg datiert bereits vom 13. März.
Somit wird der Aufstieg sehr unwahrscheinlich, in erster Linie auf Grund der eigenen Schwäche und nicht, weil die Gegner nicht umfallen würden. Wie etwa der SKN am Sonntag gegen Lieferung nur 0:0 spielte. Den Aufstieg des Landeskonkurrenten zu verhindern, sollte nun das neue Saisonziel sein. Aber auch, sich nun vermehrt auf die DNA des Klubs zu besinnen. Etliche externe Spieler, die im Vorjahr als aufstiegserfahrene Führungsspieler angekündigt wurden, müssten aus meiner Sicht den Dress des Vereins nie mehr tragen. Dafür sollten jetzt vermehrt Eigenbauspieler eingesetzt werden, ihnen für die nächste Saison erfahrene Kicker mit den oben beschriebenen Attributen zur Seite gestellt werden. Aber vielleicht funktioniert der Aufstieg bald ohnehin weit einfacher, denn über eine Aufstockung der 1. Liga auf 16 Klubs wird aktuell diskutiert. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen, sondern jetzt im ganzen Klub Tabula Rasa betreiben. Wer auch immer die Führung übernehmen bzw. behalten wird, muss zur DNA dieses Klubs zurückkehren. Nämlich der Ausbildung junger Kicker, die ihre Chancen in der Kampfmannschaft erhalten, damit Identität stiften und im Optimalfall auch Geld in die Kasse des Vereins bringen.
Die letzte Stufe vor der Ersten sind bekanntlich die Panthers, die nach der Niederlage in der letzten Runde gegen Tabellenführer Scheiblingkirchen am Sonntag mit einem 3:3 unentschieden von Langenrohr trennten. Ihre nächste Partie werden sie am kommenden Samstag (25.4., 15.30) bei den SKN Juniors austragen. Dort werden sich die beiden Kampfmannschaften eine Woche später (2.5., 20h) messen, dafür kann man sich bereits für die Busfahrt anmelden. Doch zuvor steht am kommenden Sonntag (26.4, 10.30) die Matinée gegen Sturm Graz II auf dem Programm. Es wird einen Frühschoppen geben und im Rahmen des Jugendtages einiges von der und für die Jugend getan werden – Details folgen noch. Für die Fans wie die Mannschaft gilt es nun, die Saison anständig zu Ende zu bringen, vier Runden sind noch zu absolvieren.
Wie unwichtig Fußball erscheint, wenn der Tod zuschlägt, konnte man letzte Woche wieder sehen. Mit Alex Manninger verunglückte ein viel zu junger Mensch völlig sinnlos. Der ehemalige Team-, Arsenal-, Liverpool- und Juve-Goalie hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Ihnen gilt mein Beileid und Mitgefühl, er ruhe in Frieden.
Forza DNA! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)
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