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Countdown? Count up!

Countdown? Count up! Rauf soll’s gehen. Vom Countdown 5 (Spiele), 4, 3, 2, 1. = Erster, an dieser Stelle soll Admira Wacker spätestens am 14. Mai stehen. Da zählt’s nämlich. Davon dürfen die Fans träumen, daran arbeitet das Team. Wobei manche Fans träumen, manche eher vorsichtig-skeptisch bis pessimistisch sind, was die Chancen dafür betrifft. Grundsätzlich kennen Fans aller Couleurs zwei polare Aggregatzustände, zwischen denen sie ständig wechseln: Das Beste erhoffen, das Schlechteste befürchten. In diesem Sinn sind die Nerven strapaziert in einem solch spannenden Finale wie der aktuellen Saison von Ligazwa. 18 Punkte gab es für den SKN, Lustenau und die Südstädter noch zu holen, 15 für Amstetten und den FAC. Das letzte Fünftel der Spielzeit startete bereits am Freitag, da besiegte Lustenau den SKN mit 3:0, unterlag Amstetten daheim Bregenz mit 2:3. Der FAC spielte am Samstag parallel zum ehemaligen Bezirksrivalen in Liefering, verlor mit 1:3. Bereits unter der Woche wurden die Lizenzen vergeben, bei Admira Wacker kann man beim 10. Mal in Folge in erster Instanz bereits von einer Serie sprechen.

 

Für die Südstädter ging die Reise diesmal zu einem weißen Fleck auf der Fußball-Landkarte, der erstmals besucht wurde. Das Max-Aicher-Stadion, die Heimat der Austria Salzburg. Mit einem einem eher dürftigen Auswärtssektor, der sehr schlechte Sicht bietet. Dazu gab es dort am Samstag Sonnenbrandgefahr, während im ausverkauften Haus die Heimsektoren im Schatten lagen. Das Publikum sah eine ähnlich wie in Lustenau zu Beginn dominante Gästeelf, die einige sehr gute Chancen herausspielte. Diesmal aber nicht traf und wieder analog zum letzten Auswärtsspiel fiel die Leistung nach etwa einer halben Stunde ab. Durchgang zwei brachte dann keine Steigerung, eher einen Rückfall der Südstädter. Auch weil so genannte Führungsspieler ihrer Aufgabe nicht gerecht wurden, dazu weitere 2 Top-Möglichkeiten ungenutzt blieben.

 

Im Prinzip hatten fast alle Fans, mit denen ich sprach, den Eindruck, dass der eine Schritt mehr, der absolute Wille nicht zu erkennen waren. Vor allem am Ende wurde eher der Punkt verteidigt, als auf Sieg zu spielen. Beinahe wäre das in die Hose gegangen, doch Jörg Siebenhandl verhinderte die Niederlage sensationell. Insgesamt teile ich die Sichtweise der Anhängerschaft, als Hobbypsychologe habe ich dafür eine mögliche Erklärung. Ich vermute, dass ähnlich wie im Vorjahr der Druck, die Erwartungshaltung (der Spieler an sich selbst und von außen) zu stark auf der Mannschaft lasten. Obwohl Harald Suchard genau dort versuchte, den Hebel anzusetzen. Manchmal setzen Dynamiken ein, die zu Unsicherheit, Angst und dadurch zu Verkrampfung führen. In diesem Zustand ist es schwierig, seine beste Leistung abzurufen, das volle Potenzial auszuschöpfen. Das wiederum trifft exakt auf Austria Salzburg zu. Ich habe sehr hohen Respekt dafür, was dort jahrelang aufgebaut wurde. Aktuell hält sich der Verein mit einem wesentlich geringeren Budget als Admira Wacker sehr solide in der Liga, war nie in den Abstiegskampf verwickelt.

Logo SV Austria Salzburg
Logo Admira Wacker

SV Austria Salzburg - Admira Wacker 0:0 (0:0)

Am eigenen Platz mit riesiger Unterstützung der Fans hat man ein Atout im Ärmel, das in der Liga in diesem Ausmaß einzigartig – eher bundesligareif – ist. Dass sportlich mit einfachen Mitteln gearbeitet wird, sehe ich als nicht nur legitim, sondern sogar als notwendig an, um überleben zu können. Sie spielen einfachen Fußball, durchaus körperbetont machen sie vor allem daheim klar, wer der Herr im Haus ist. Gegen stärkere Gegner mit einem tief stehenden Block zu agieren, ist jetzt keine Neuerfindung, aber probat. Weil sich auch die sogenannten Topteams sehr schwertun, damit umzugehen. Da sind vor allem Variabilität und Kreativität gefragt. Davon hatten die Gäste am Samstag nicht allzu viel im Gepäck gehabt. Zusätzlich muss bei allen Offensivbemühungen auch die Balance von Offensive und Defensive gewahrt bleiben. Immerhin gelang das mit dem ersten Spiel ohne Gegentreffer seit November gegen Liefering. Doch das alleine war zu wenig, der Punkt fühlte sich wie eine Niederlage an. Nicht so für die Heimfans, die diesen so richtig feierten und damit vermutlich auch den Klassenerhalt.

Mit einer klaren Botschaft an die Mannschaft ging es ins Spiel
Der Gästesektor in Salzburg war gut gefüllt und alle Fanklubs waren stark vertreten

Den hat Admira Wackers nächster Gegner Vienna auch theoretisch erledigt. Die Döblinger waren allerdings mit weit höheren Ambitionen in die Saison gestartet, performten deutlich unter den Erwartungen. Sie werden aber sicher ein sehr unangenehmer Gegner am kommenden Freitag (17.4., 20.30) in der Südstadt sein. Vor dem Spiel werden Mitglieder des letzten Double-Sieger-Teams geehrt. 60 Jahre ist das schon her, viel zu lange im Übrigen. Gerhard  Pinisch und Josef Wahl haben ihre Teilnahme zugesagt. Nicht nur wegen der Choreo, ebenfalls zum Thema 1966, sondern auf Grund der Ehrung der Doublesieger sollte man rechtzeitig im Stadion eintreffen. Denn diese Legenden stehen trotz aller Widrigkeiten der letzten Jahre zum Verein. Das und ihre sportlichen Topleistungen sollen würdig gefeiert werden. Und hoffentlich auch ein Sieg, damit es beim laufenden Countdown auch ein Count up gibt.

 

Forza Countdown/Count up! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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