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Ralf Rangnick

Dass sich Admira Wacker nach den Watsch’n gegen die jungen Grünen einvernehmlich von Trainer Thomas Silberberger trennte, ist nun auch schon wieder eine Woche her. In der Zwischenzeit arbeitete Harald Suchard als sein Nachfolger mit der Mannschaft, nahm mit Thomas Piermayer seinen „Co“ von der U18 mit, dafür übernahm Michael Gruber dieses Team. Weiter im Trainerstab bleiben Szabolzcs Safar, Thommy Wright und Julian Bauer. Nicht mehr dabei ist allerdings Gerhard Fellner, dem ich wie Silberberger niemals den Willen absprechen würde wollen. Aber ihre Philosophie passte einfach nicht zum Verein, weder was die Spielweise als auch den Umgang mit und den Einsatz von Eigenbauspielern betraf. Wie auch immer, diese Episode wurde beendet und damit von den Verantwortlichen alles versucht, das möglich ist. Weil im Titelkampf durchaus noch alles möglich ist, eine Siegesserie vorausgesetzt. Eine solche kann aber realistisch betrachtet kein Trainer der Welt garantieren.

 

Auch Ralf Rangnick nicht, dem ich in der heutigen Ausgabe einen Schwerpunkt widme. Weil er schon jetzt in eine Reihe mit um das Nationalteam sehr verdienstvollen Vorgängern gestellt werden muss. Dabei sind die EM-Teilnahme mit dem unglücklichen Ausscheiden im Achtelfinale und die erstmalige Qualifikation für eine WM seit 28 Jahren nur ein Teil seiner Meriten. Auch wenn das „Dosenkonstrukt“ vielen Fans ein Dorn im Auge ist: Salzburg hat einerseits das Niveau des heimischen Fußballs enorm gehoben, viele Klubs profitierten von den EC-Punkten der Bullen und machten damit viel Geld, weil sie direkt in Gruppenphasen einziehen konnten. Andererseits entstammen der High-End-Akademie zahlreiche Nationalspieler. Und ich persönlich freue mich, dass ich in der Südstadt Weltstars wie Erling Haaland, Sadio Mané, Dominik Szoboszlai und viele andere mehr live erleben konnte.

 

Was hat das mit Ralf Rangnick zu tun? Sehr viel, denn seine Philosophie und seine Tatkraft ermöglichten nach anfänglichen Schwierigkeiten erst die riesigen Erfolge der „Dosen“. Doch von Beginn an: Österreichs „Lieblingspiefke“ kickte im Amateurbereich, studierte Lehramt, schloss die Ausbildung zum Fußballlehrer als Jahrgangsbester ab. Als Trainer lernte er das Metier von der Pike auf, gab bei seinem Heimatverein Backnang den Spielertrainer. Als solcher gelang ihm der Aufstieg von der Bezirks- bis in die Verbandsliga. Danach arbeitete er als Sportkoordinator im Jugend- und Amateurbereich beim VfB Stuttgart. Daneben legte er sein Staatsexamen an der Universität ab. Mit dem SSV Ulm gelang ihm der Aufstieg in die 2. Bundesliga, dort sorgte er mit neuen taktischen Ideen für Furore und zog das Interesse der Öffentlichkeit auf sich. Nach einem Interview über Taktik mit ausführlichen Beschreibungen im ARD-Sportstudio blieb der Titel „Fußballprofessor“ haften. Seine nächste Station waren die Profis des VfB Stuttgart, die er in den Europacup führte, danach stieg er mit Hannover 96 in die erste Liga auf. Mit Schalke 04 erreichte er die CL, bei seinem zweiten Engagement gewann sein Team den DFB-Pokal. Dazwischen arbeitete er für die TSG Hoffenheim, die er von der 3. bis in die 1. Bundesliga führte.

 

Nach dem 2. Engagement auf Schalke heuerte er 2012 bei Red Bull an – als Sportdirektor in Salzburg und zuständig auch für die Entwicklung in Leipzig. Ab da waren die Bullen österreichischer Serienmeister, sorgten auch in der EL für Furore und sammelten damit viele Punkte für die Länderwertung. Parallel dazu stieg Leipzig in die 2. Liga auf, 2015 übernahm Rangnick als Trainer und führte den Klub in die 1. Bundesliga. Er arbeitete abwechselnd als Sportdirektor und Trainer, am Ende führte er die Rasenballer in die Champions League. Danach beriet er kurze Zeit Lok Moskau und arbeitete als Trainer bei Manchester United. Vor knapp 4 Jahren trat er den Posten des österreichischen Teamchefs an, seine Erfolge sind vielfach beschrieben und bekannt. Außerdem bietet Ralf Rangnick noch viele weitere Facetten. Der Mann mit Charisma versteht es sehr gut, auf Menschen zuzugehen und gibt jedem in seinem Team das Gefühl, ein wichtiger Bestandteil von diesem zu sein – vom Co-Trainer bis zum Masseur. Er veranstaltet Trainings mit Kindern und Jugendlichen bei Amateurvereinen, ist nicht nur volksnah, sondern quasi einer von uns. Auch in die Politik mischt er sich kräftig ein, etwa, wenn es um die tägliche Turnstunde oder eine Stadionlösung geht. Nun steht mit der WM ein Highlight auf dem Programm, für den Deutschen schließt sich ein Kreis. Denn Spieler wie Xaver Schlager, Konrad Laimer, Christoph Baumgartner, Nicolas Seiwald und viele mehr, die im RB-Universum groß wurden, zählen nun zu seinen Stammkräften.

 

Am vergangenen Freitag fand der Test gegen Ghana statt. Neu im Kader nach ihrem Nationenwechsel waren Carney Chukwuemeka und Paul Wanner, dazu die Neulinge David Affengruber und Florian Wiegele. Sasa Kalajdzic gab nach langer Zeit sein Comeback im Team. Eingesetzt wurde alle Genannten, sogar eingenetzt hat Chukwuemeka. Nicht am Start waren David Alaba, Xaver Schlager und Konrad Laimer. Eine vor allem in der 2. Halbzeit spielfreudige Heimelf 

geizte nicht mit Toren, im Gegenteil. Gleich fünfmal bauschte sich das gegnerische Netz, einmal das der Gastgeber. Ein gelungener Test, nicht mehr und nicht weniger. Obwohl – doch, sogar Historisches begab sich. Der Rekord an 12 ungeschlagenen Heimspielen wurde eingestellt. Am Dienstag besteht die Chance, das sogar zu übertreffen. Um 20.45 geht’s los gegen Südkorea mit seinen Stars Kim und Son.

Erfolgreich sind derzeit unsere Panthers unterwegs
Foto: Admira Wacker/WhatsApp

Danach wird es nicht so wie am Freitag die Möglichkeit geben, ein Admira Panthers Spiel zu besuchen. Diese Gelegenheit nutzten einige Fanatics, um sogar noch den Treffer zum 3:1-Endstand gegen Ybbs live im Stadion zu erleben. Die Panthers spielen am Karfreitag (3.4., 19.30) wieder daheim, diesmal gegen Korneuburg, ebenfalls im Leichtathletikstadion. Ein Haus weiter, also im großen Stadion, wird am Gründonnerstag von 14-17h eine Oster-Nesterlsuche veranstaltet, dazu werden Spieler Autogramme schreiben. Deren Team testete am vergangenen Donnerstag gegen Dunajska Streda, den Tabellendritten der 1. slowakischen Liga.  Die Aufstellung beim 0:1 unterschied sich im Vergleich zum 0:3 am 20.3. nur an einer Position – Deni Alar startete statt Alex Schmidt. Mehr dazu wie immer auf deradmiraner.at.

 

Im Testspiel gab es eine knappe Niederlage
Foto: Admira Wacker/Facebook

 

Neo- Trainer Harald Suchard gab dem Kicker ein Interview, die Links sind grafisch immer etwas kräftiger gehalten. So richtig ernst wird es am Karfreitag (3.4., 20.30) in Lustenau. Gegen den Tabellenersten ist zumindest verlieren verboten angesagt. Denn selbst bei einem Remis haben die Vorarlberger die Chance, den Vorsprung am Ostermontag 6 Runden vor Schluss auf 5 Punkte auszubauen. Während in dieser Runde Admira Wacker spielfrei sein wird, Stichwort Stripfing. Jetzt ist die Kolumne doch etwas länger geraten als üblich. Aber wenn viel los ist, dann ist auch viel zu berichten. Und über Ralf Rangnick kann man immer schreiben.

 

Forza Ralf Rangnick! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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