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Steine und Beine

In Linz beginnt’s! Genau genommen hatten mit Salzburg und Sturm bereits zwei Klubs in der Vorwoche die ersten Spiele im EC ausgetragen, doch die österreichischen Bewerbe begannen am letzten Wochenende mit dem ÖFB-Cup-Viertelfinale. Da trafen die beiden Linzer Klubs aufeinander, der schwarze setzte sich gegen den blauen nach 0:2-Rückstand mit 3:2 durch und zogen zum 7. Mal in den letzten 10 Jahren in das Halbfinale ein. Mit Trainer Didi Kühbauer, ebenso Ex-Admiraner wie Goalie Lukas Jungwirth und Sasa Kalajdzic, der ein Tor und einen Assist beitrug. Warum ich die Kolumne diesmal mit diesem Thema beginne? Weil es in Linz seit 2023 gleich zwei neue Stadien, also die Steine zum Titel gibt. Einerseits wurde die altehrwürdige Gugl geschliffen, um für den ASK eine neue Heimstätte zu errichten, andererseits eröffnete auch Stadtrivale Blau-Weiß ein eigenes Stadion an der Donau.

 

Damit müssen sich die beiden Vereine nicht mehr eine Spielstätte teilen, wie es früher der Fall war. So ist es in Graz, da tragen die Schwoazn und die Roten im gleichen Stadion ihre Heimspiele aus. Dort gab es Pläne für zwei neue Bauten. Doch so wie es nun aussieht, wird die bestehende Arena modernisiert und ausgebaut werden. Die Kosten sollen zwischen 60 und 70 Millionen € liegen, davon werden je ein Drittel Land, Stadt und die Vereine selbst tragen. Das ist eine in Österreich generell übliche Finanzierungsweise für Stadionneubauten oder Renovierungen. Darüber könnte man trefflich diskutieren. Ich bin der Meinung, dass Profisport nicht aus öffentlicher Hand finanziert werden, sondern der Großteil der Gelder in den Breitensport fließen sollte. Und wenn schon Steuergeld verwendet wird, dann zu verhältnismäßig gleich großen Zuwendungen an die einzelnen Klubs.

 

Meiner Meinung widerspricht eine Studie der Econmove GmbH, die angibt, dass jeder aus öffentlichen Mitteln in den Fußball investierte Euro 27-fach zurückfließt. Dass dieser Wirtschaftssektor mit einem gesamtgesellschaftlichen Nutzen von knapp 3 Milliarden € im Jahr durchaus Relevanz hat, ist offensichtlich. Davon leben nicht nur diverse Medienunternehmen und deren Mitarbeiter, Lieferanten und das nähere Umfeld der jeweiligen Klubs wie die Teams und Staff sowie etwa die Caterer. Trotzdem hat sich Altach dazu entschlossen, seine Pläne zur Erweiterung des Stadions, mit neuer Geschäftsstelle, Pressetribüne und sportlicher Infrastruktur größtenteils selbst zu finanzieren. Von den veranschlagten 15 Millionen € kommen nur 3 aus öffentlicher Hand. Dafür bleiben die Vorarlberger auch Eigentümer der Anlage, im Gegensatz zu Lustenau. Dort bezahlten für das im Vorjahr eröffnete neue Stadion das Land 8 und die Gemeinde sogar 12 Millionen €, somit bleibt das Stadion auch im Besitz der Kommune.

 

Das ist auch die Generali Arena in Favoriten, neu eröffnet im Jahr 2018. Um die Schulden bzw. die hohen Zinsen der Rückzahlung abzufedern, wurde das Stadion an die Stadt Wien verkauft und zurückgeleast. Skurril, wenn man die Finanzierung bedenkt, auch hier kam der Klub lediglich nur zu etwa einem Drittel für den Umbau auf, 2 Drittel bezahlte die öffentliche Hand. Wie auch für das zwei Jahre davor neu eröffnete Stadion in Wien 14 und auch für das 2012 in der NÖ Hauptstadt. Dasselbe gilt für den für heuer geplanten Neubau an der Alszeile, der WSC wird ein neues Schmuckkastl für knapp 6000 Zuschauer bekommen. Ähnliche Finanzierung gab es auch in Hartberg, wo modernisiert, dazu im vergangenen Herbst bekanntlich viermal in die Südstadt ausgewichen wurde. Während in Klagenfurt 2007 für die EURO neu gebaut wurde, vier Jahre davor in Salzburg, im Jahr 2000 Ried und Innsbruck neue Stadien eröffneten, liegt der Neubau von Graz bereits knapp 30 Jahre zurück (1997).

 

Bei allen nicht erwähnten Klubs bzw. Städten existieren Pläne, so etwa beim WAC, der Vienna und auch bei Admira Wacker. Dort wird nächstes Jahr bereits das 60-jährige Jubiläum des ursprünglichen Bundesstadions Südstadt gefeiert. Wobei in der in die Jahre gekommenen Arena natürlich die Spuren all der Jahrzehnte zu sehen sind, da nutzen auch all die kleinen kosmetischen Eingriffe nichts. Wobei sich diese in Grenzen hielten, da hätte durchaus mehr gemacht werden können über all die Jahre. Ich vergönne es beinahe allen Fans fast aller Klubs, wenn sie neue Spielstätten erhalten, doch am meisten würde ich es naturgemäß Admira Wacker und seinen Fans wünschen. Wenn man bedenkt, dass etwa in Wien 14 seit der Eröffnung der Südstadt bereits zweimal neu gebaut wurde, dann ist es wohl höchste Zeit, auch im Süden von Wien in die Gänge zu kommen.

Am ÖFB Campus kam es unter Ausschluss der Öffentlichkeit zum Test gegen Voitsberg - Foto Admira Wacker
Foto Admira Wacker WhatApp Channel
Logo Admira Wacker
Logo ASK Voitsberg

Admira Wacker - ASK Voitsberg 1:0 (0:0)

 

Torschütze:

60' Marco Schabauer

Doch dort hatte und hat man offensichtlich immer andere Problemstellungen, die das in der Vergangenheit und aktuell verhindern. Vor allem die Bereitstellung eines Drittels an Eigenmitteln ist sehr schwierig, das ist mir klar. Aber letztlich wird kein Weg daran vorbeiführen, dass Admira Wacker ein zeitgemäßes Stadion baut. Wobei mir das aktuelle durchaus genügt, aber ich bin definitiv kein Indikator für Zeitgeist und Mainstream. Doch ein Dach über der Kurve würde ich mir auch wünschen. Nun hat sich der überwiegende Teil der Kurvenlage mit den Steinen befasst, am Ende sollen auch noch die Beine ihren Platz erhalten. Sehr talentierte hat Sergej Savic, der U17-Vizeweltmeister unterschrieb in der Vorwoche seinen ersten Profivertrag in der Südstadt. Er war auf Grund seiner Verletzung beim Test gegen Voitsberg in der Vorwoche nicht mit von der Partie, außer der Startformation gibt es auch keine weiteren Informationen. Doch – das Resultat von 1:0 und den Torschützen Marco Schabauer. Obwohl im Osten des Landes das Winter-Wunder-Land schon Geschichte ist, wurde wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit am ÖFB-Campus Aspern auf Naturrasen gespielt. Das wird auch am kommenden Mittwoch (14h) gegen Nürnberg II an selber Stelle der Fall sein. Der zweite Test in dieser Woche gegen das zweite Team des LASK am Samstag (14h) wird in Pasching ausgetragen werden.

Die Kurve ist schon mehr als bereit für den Wiederbeginn

Bereits einen Tag davor, am Freitag, werden nicht nur die Olympischen Winterspiele eröffnet werden, sondern wird auch das Transferfenster in Österreich schließen. Das betrifft vermutlich Admira Wacker nicht, außer der Leihe von Jan Murgas wird sich aller Voraussicht nichts mehr tun. Olympia überschneidet sich am letzten Wochenende noch mit dem Auftakt von Liga zwa, dort wird in der Südstadt am 20.2. (18h) gegen die Young Violets gestartet. Davor wird es nach den oben genannten Testspielen noch ein finales Vorbereitungsmatch gegen Amstetten geben. Das ist für Freitag, den 13. Februar geplant, ob die Beine sich da tatsächlich innerhalb der Steine des Südstädter Stadions bewegen werden wie geplant, ist noch offen.

 

Forza Steine & Beine! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Manfred Blaschko (Montag, 02 Februar 2026 13:57)

    Zur Infrastruktur nicht nur im Fußball und nicht nur zum Thema Nationalstadion, hat der geschätzte Ralf Rangnik eigentlich schon alles gesagt. Und im ÖFB diskutiert man sein Gehalt, weil er diversen Landesamateurfürsten ein Dorn im Auge ist

  • #2

    Matthias Schwaiger (Montag, 02 Februar 2026 19:17)

    Was hat er außer zum Nationalstadion noch zur Infrastruktur gesagt? Das Gehalt werden sie auf jeden Fall erhöhen müssen, sonst ist er weg. Das wäre sehr schade, aber mitunter setzen sich die Kleingeister durch. LG, m. :-)

  • #3

    Heinz Zwazl (Mittwoch, 04 Februar 2026)

    Zu erkennen wer die Zukunft des Fussballs weiter bringt bedarf Weitblick und Risikofreude, die bei vielen Funktionären leider fehlt. Neid und Missgunst beherrschen diese Krämerseelen, leider.

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