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Das (liebe) Geld

Heuer wird die Weltmeisterschaft mit einem so großen Teilnehmerfeld wie noch nie stattfinden. 48 Nationen werden an dem Turnier teilnehmen, die Gigantonomie der FIFA scheint keine Grenzen zu kennen. Im Vorjahr wurde die Klub-WM in den USA ausgetragen, 32 Teams spielten insgesamt 63 Partien. Mit durchaus endend wollendem Interesse, das war einerseits den wie bei der WM sehr hohen Ticketpreisen als auch einer mittlerweile Übersättigung der Konsument:innen geschuldet. Viele Fans machen trotzdem beinahe alles mit, vermutlich auch die schon lange geplante europäische Super League. Diese wurde zwar immer wieder auch von Fans verhindert, dafür aber die UEFA-Klubbewerbe in Richtung Superliga reformiert. Alles mit dem Ziel, vor allem an der Spitze einen Zirkel von Klubs zu schaffen, der garantiert am großen Kuchen naschen darf. Denn wie so oft im Leben dreht sich auch im Fußball fast alles um das (liebe) Geld.

 

Die Entwicklung ist offensichtlich noch immer nicht beendet, vor allem, wenn man sich die wahnwitzigen Summen ansieht, die für Ablösen und Gehälter bezahlt werden. Immer neue Märkte werden gesucht und quasi erobert. Da möchte ich etwa die Supercups Italiens und Spaniens nennen, die eben erst in Saudi-Arabien ausgetragen wurden. Auf die Spitze treibt es die englische Premier League, die dank enorm hoher TV-Gelder diese auch massiv an die teilnehmenden Klubs ausschüttet. Dadurch haben die Engländer große Vorteile gegenüber der Konkurrenz in Europa, im Prinzip können nur eine Hand voll Vereine mithalten. Bis auf diese haben praktisch alle anderen das Nachsehen, wenn es um Spielerverpflichtungen geht. Hier findet sich eine Tabelle der Verdienste der aktuellen Saison. Der absolute Top-Verdiener ist mit Erling Haaland ein Mann, der auch schon in der Südstadt gekickt hat (dort aber nie das Tor traf). Wenn er seinen Vertrag erfüllt, wird er am Ende alleine bei ManCity über 300 Millionen Euro verdient haben.

 

Soweit einmal zu den ganz großen Fischen, die bekanntlich die großen und diese dann die immer kleineren fressen. Nach diesem Naturgesetz sind die europäischen Ligen im Gegensatz zu den US-Profiligen strukturiert. Im Prinzip sind alle Ligen und alle Klubs mit der Ausbildung von Spielern für jeweils höhere, finanzkräftigere Bewerbe befasst. Und in dieser Nahrungskette befindet sich Österreich im guten Mittelfeld, allerdings weit von den oben genannten Summen entfernt. Doch auch hier zu Lande sind bereits Beträge im Umlauf, die sehr hoch anmuten. Der Salzburger Stürmer Ratkov wechselte etwa vor Kurzem um 14 Millionen € zu Lazio. Auch dem WAC, noch vor nicht allzu langer Zeit auf Augenhöhe mit Admira Wacker, gelang mit dem Verkauf des Verteidigers Nwaiwu zu Trabzon um 5,5 Mio € erneut ein bemerkenswerter Coup. Die Kärntner backen trotzdem kleinere Brötchen als Krösus RB, dessen Modell aber auch vom Rest der Liga übernommen wurde. Auf der Strecke bleiben oft die einheimischen Talente, aber das ist eine andere Geschichte.

Foto: July Haunschmid
Foto: July Haunschmid

Die Kurve zu Österreichs Liga zwa und Admira Wacker hinzubekommen, ist da schon recht schwierig. Denn im Vergleich fehlt nicht viel, um vom Nwaiwu -Transfer eine Saison in der Südstadt zu finanzieren. Etwa 7 Millionen € benötigt der Klub mit dem höchsten Aufwand in der Liga für die aktuelle Spielzeit. Für ältere Semester – das wären umgerechnet etwa 100 Millionen Schilling. Damit könnte man allerdings in der höchsten Spielklasse des Landes kaum mithalten, würde es noch mehr Geld brauchen. Das durch die doch schmerzhafte Reduktion der TV-Gelder auch von dieser Seite nicht mehr so fließen wird wie aktuell. Unlängst wurde eine Tabelle publiziert, wie viele Zuwendungen die österreichischen Erstligisten aus öffentlicher Hand oder dieser nahen Unternehmen erhalten. Da haben vor allem die Linzer und Wiener Klubs dank der Energiekonzerne die Nase weit vorne, ob das in der Zukunft so halten wird, ist aber eher fraglich. Vor allem Linz wird da zurückschrauben müssen, wie man hört.

 

Das dräut auch Admira Wacker, wo im Sommer der Vertrag mit Hauptsponsor Flyeralarm auslaufen wird. Der aktuelle Präsident gibt unumwunden zu, dass er diese Summen auch im Fall des angepeilten Aufstiegs nicht bezahlen wird können und ist auf der Suche nach Partnern bzw. Geldgebern. Das ist auf Grund der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht gerade einfach. Falls weder neues Geld aufgestellt wird, noch aufgestiegen wird, könnte das für den Verein drastische Auswirkungen haben. Es muss nicht in dem Ausmaß wie in Stripfing sein, das ja bekanntlich bereits während der Saison die Segel streichen musste. Auch in Klagenfurt ist die Situation bedrohlich, bereits drei Spieler stiegen aus ihren Verträgen aus. Prämien und Gehälter wurden nicht fristgerecht bezahlt, auch bei diversen Firmen gibt es beträchtliche Außenstände, etwa kolportierte 600 000 € Schulden bei der Krankenkassa. In Bregenz wird bereits massiv eingespart, die Zukunft des Klubs ist ebenso offen wie die der Klagenfurter.

Der Youngster Sergej Savic rückt zu den Profis auf
Foto: Admira Wacker

Oft besinnen sich die Vereine erst in solch schwierigen Phasen darauf, vor allem ihre selbst ausgebildeten Spieler vermehrt einzusetzen. Weil diese einerseits keine Ablösen erfordern und andererseits vor allem zu Beginn eher weniger Geld verdienen als extern verpflichtete Kicker. Dieses Thema wurde bekanntlich in der Südstadt kontroversiell diskutiert, sind vielen Fans zu wenige Eigenbauspieler im Team. Einer von diesen plant nun einen für ihn logischen Schritt. Der slowakische U21-Nationalspieler Jan Murgas wurde in den letzten Spielen nicht mehr eingesetzt, nahm am Ende auch nicht mehr am Mannschaftstraining teil. Deshalb wird er aktuell vom slowakischen Verein Ruzomberok bezüglich einer eventuellen Verpflichtung getestet.

 

Auf der anderen Seite trainiert U17-WM-Finalist Sergej Savic mit der ersten Mannschaft. Diese wird am Freitag (16.1., 15h) in Fürstenfeld den ersten Test gegen den GAK austragen. Ob und in welcher Form es dort Eintritt zu bezahlen oder Verpflegung zu kaufen geben wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Sehr wohl vernommen habe ich allerdings – das kommt 2026 in der Südstadt: Im Stadion wird ausschließlich mit Karte bezahlt werden können, das (liebe) Geld ist nun nicht mehr bar, sondern digital.

 

Forza das (liebe) Geld! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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