Früher hat man eine Schallplatte aufg’legt oder sogar das Telefon. Es kann nach wie vor passieren, dass man von jemandem eine aufg’legt kriegt. Dann ist man vielleicht nicht so gut aufg’legt und eventuell froh, wenn man die Hand aufg’legt bekommt. Im Fußball heißt es zu Beginn Auflage, da wird der Ball aufg’legt wie bei einem Elfer, beim Eckball oder bei einem Freistoß. Dazu noch später mehr im Text. Mitunter ist es auch so, dass eine Situation aufg’legt ist, im Sinn einer Auflage oder Vorlage, mit einer logischen Konsequenz. Oder einer Möglichkeit, eine solche bot der SKN Admira Wacker am vergangenen Freitag. Denn mit der Niederlage beim Tabellenletzten Bregenz war für die Südstädter angerichtet, ein Punkt hätte zur Tabellenführung und zum Winterkönig gereicht. Pessimisten meinten in dieser Situation jedoch vor dem Spiel, dass es aufg’legt wäre, diese Chance nicht zu nutzen. Wie es bekanntlich dann auch passierte.
Die Südstädter Fanszene stimmte sich auf das letzte Match im Jubiläumsjahr am Amstettener Adventmarkt ein. Inklusive Ständchen, denn singen können sie ja alle sehr gut. Danach gab es einen Fanmarsch zum Stadion, wo die Aufstellung besprochen wurde. Es fehlten Aristot Tambwe-Kasengele, Justin Forst, Filip Ristanic, Aaron Sky Schwarz und Mateo Meisl verletzungsbedingt, Kapitän Lukas Malicsek biss trotz Blessur durch. Freiwillig verzichtete das Trainierteam auf Jan Murgas, der zu den Panthers strafversetzt wurde. Dort trainierte er übrigens mit Ex-Admiraner Roman Kerschbaum, dieser ist aktuell vereinslos und hält sich damit fit. Auch der aktuell beim Bundesheer befindliche Fabian Feiner stand nicht im Spielkader. Dort gab Deni Alar sein Comeback, warum er am Ende nicht eingewechselt wurde, ist mir bis heute ein Rätsel. Das wäre aufg’legt gewesen. Debütanten kamen diesmal übrigens nicht zum Einsatz.
Die Gäste hatten das Spiel von Beginn an gut im Griff, ließen keine Chancen des Gegners zu. Bis auf einen Abschluss von Christopher Olsa hatten sie aber auch nur wenig Offensives zu bieten. Insgesamt sah die Statistik des Spiels am Ende so aus, dass Amstetten nur 39% Ballbesitz hatte, bei den Freistößen stand es 0:6, die xG-Werte lauteten 0.78 zu 2.15 und bei den Torschüssen standen 5:12 zu Buche. Amstetten war aber brutal effizient, ging vor der Pause in Führung. Mit dem Schönheitsfehler, dass Olsa klar gefoult wurde, wie vor dem 2:0 nach Seitenwechsel Schabauer. Der Bodycheck hätte jedem Eishockey-Spieler zur Ehre gereicht, beide Male blieb die Pfeife des Referees aber still. Mit VAR hätten wohl beide Treffer nicht gezählt. Dass Turgay Gemicibasi einen Elfmeter verschenkte, war für die mitgereisten Fans bitter. Doch ihre Elf gab nicht auf, Alexander Schmidt traf per Freistoß zum 2:1 und zum 10. Mal in dieser Meisterschaft. In Minute 89 hätte es erneut Elfmeter für Admira Wacker geben müssen, klarer kann ein Textilfoul wohl kaum sein, da war ein Strafstoß nicht nur aufg’legt, sondern unübersehbar.
Unübersehbar war für mich auch, dass Marco Schabauer gegen Ende der Partie immer mehr die Kräfte verließen, statt ihm hätte das Trainerteam z.B. Marco Wagner einwechseln können. Die Coaches machten aber nur zweimal vom Wechselkontingent Gebrauch. Warum statt Olsa mit Steiner ein Mittelfeldspieler statt eines Stürmers kam, verstehe ich bis jetzt nicht. Deni Alars „Bankdasein“ habe ich bereits eingangs erwähnt, nichts wäre mehr aufg’legt gewesen, als den Schützenkönig der Vorsaison in der Schlussphase zu bringen. Auch weil Stefan Haudum in der Nachspielzeit den Ball per Kopf knapp neben das Tor setzte, gab es trotz einer der stärksten Saisonleistungen die erste Niederlage für die Südstädter seit Ende Mai und 19 unbesiegten Pflichtspielen. Sie wurden auf Grund des direkten Duells von Amstetten auf Platz 2 der Tabelle abgelöst. Die Mostviertler sind zudem seit bereits 13 Spielen unbesiegt. An dieser Stelle mein Kompliment an den Verein, der aus geringen Mitteln sehr viel macht. Das Rennen um den Aufstieg macht der SKU allerdings nicht mit, trotzdem liegt er nun mit dem SKN, Lustenau, dem FAC und Admira Wacker in einer Gruppe, die nur 3 Zähler trennen. Bei den ersten 4 ist es sogar nur ein Punkt Unterschied.
SKU Amstetten - Admira Wacker 2:1 (1:0)
Torschütze:
79' Alexander Schmidt
Damit ist für ein spannendes Frühjahr gesorgt, 12 Spiele stehen noch auf dem Programm. Nachdem zwar aufg’legt, aber von den Südstädtern nicht verwertet worden war, sind sie diesmal über den Winter weder König noch Tabellenführer. Doch es zählt bekanntlich erst am Ende, die Hoffnung vieler Fans ist es, dass sich die Geschichte der Vorsaison diesmal zu Gunsten von Admira Wacker umdreht. Nun steht jedenfalls die schlimmste Zeit des Jahres bevor, auch wenn die Feiertage und für manche(n) Urlaubstage bald kommen. Aber über 2 Monate bis zum Wochenende des 19. Februar 2026 ohne Bewerbsspiel des geliebten Klubs warten zu müssen, ist schwierig. Die Mannschaft samt Staff und die Fanclubs werden ihre Weihnachtsfeiern in den nächsten Tagen zelebrieren. Dann ist auch Zeit, auf das vielfache Jubiläumsjahr zurückzublicken. Das wird auch die Kurvenlage tun, weil’s aufg’legt ist.
Forza aufg‘legt! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)
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