Wie erwähnt, Friday I’m in Love, aber auch an jedem anderen Tag der Woche, wenn nur Admira Wacker spielt. Von Montag bis Sonntag war da schon alles dabei. Die Liebe wird halt nicht immer erwidert, da zum Beispiel ist halbiertes, also geteiltes Leid nur halbes Leid, wie der Volksmund meint. Die vergangene doppelte Sturm-Woche begann in der Südstadt stürmisch. Der sehr starke Wind legte sich erst Dienstag abends, ab da und am Mittwoch herrschte für die Gegend ungewöhnliche, daher beinahe suspekte Windstille. Damit war es dann aber am Abend vorüber. Flutlicht, Verkehrschaos, Parkplatznot, viereinhalbtausend Menschen verursachten Turbulenzen. Die Zuschauerzahl halbiert ergab die gefühlte Anzahl der jeweiligen Fanlager. Beide Seiten mit sehr starkem Support, in der Nordkurve mit wunderschöner Start-Choreo.
Admira Wacker - SK Sturm Graz 1:1 (1:0) 9:10 n.E.
Torschützen:
14' Alexander Schmidt
Hier findest du den Bericht auf der Seite von Admira Wacker!
Das Spiel ist in der Nachbetrachtung durchaus als episch zu bezeichnen, man verzeihe mir die mögliche Übertreibung. Jedenfalls hatte es alles, das ein ordentliches Cupspiel benötigt. Tolle Kulisse, ein heimischer Außenseiter gegen den amtierenden Meister. Der Zweitligist geht überraschend nach 14 Minuten in Führung, verteidigt gegen dominante Grazer (70% Ballbesitz) heroisch. Rettet die Führung über die Halbzeit, hat trotzdem die klareren Chancen, vor allem nach dem unglücklichen Eigentor zum Ausgleich (73.). Je 2 Topchancen auf beiden Seiten werden vergeben, ermöglichen dadurch die Verlängerung. In der auch keine Treffer mehr fallen, es daher zum finalen Elfmeterschießen kommt. Den zweiten Penalty hält Jörg Siebenhandl, danach treffen auf beiden Seiten alle Schützen. Der 18jährige Sandro Steiner hat die Chance, das Spiel zu entscheiden und scheitert. Erst in der 11. Serie wird die Partie entschieden, Jörg Siebenhandls Versuch wird gehalten. Game over.
Erhobenen Hauptes, weil mit fliegenden Fahnen untergegangen, konnten die Südstädter Fans nach Hause gehen. Zum Elfern ist ohnehin zu sagen, dass da auch immer eine gehörige Portion Glück dabei ist, es haben schon ganz andere Spieler Elfmeter vergeben. Aber alleine schon so weit gekommen zu sein, war aller Ehren wert. Wie wird sich Admira Wacker aber im zweiten Spiel der Woche gegen Sturm II machen? Bis dahin waren noch 2 Tage Pause, Zeit genug um zu regenerieren und sich auf das Match am Samstag vorzubereiten. Die Reise ging übrigens nach Leoben und nicht nach Gleisdorf, dem Stadion wurde die Lizenz entzogen. Dass Sturm allen freien Eintritt gewährte, sei noch einmal bedankt. Wie schon so oft, war ich Teil einer mittlerweile sehr eingespielten (diesmal aber dezimierten) Fahrgemeinschaft in einem E- Auto. Auf die übrigens auch Admira Wacker setzt, „vibe“ ist seit einiger Zeit der neue Mobilitätspartner des Klubs.
SK Sturm Graz II - Admira Wacker 1:1 (0:1)
Torschütze:
36' Turgay Gemicibasi
Hier findest du den Bericht auf der Seite von Admira Wacker!
Vor der Abfahrt war es durchaus spooky, am beleuchteten und mit 7000 Menschen gut besuchten Stadion vorbei und dann weg davon zu fahren. Hartberg gastierte zum letzten Mal für heuer in der Südstadt und schlug die Wiener Violetten mit 2:1. Bei so einer Autofahrt hat man viel Zeit zum Plaudern, Themen gibt es immer genug, auch welche mit Fußballbezug. Klar wurde das Mittwoch-Spiel nachbesprochen, die offizielle Beendigung der Sponsorentätigkeit von flyeralarm und was das für die Zukunft bedeutet. Keine Zukunft hat Stripfing, heute Montag soll der Konkursantrag eingebracht werden. Das bedeutet, alle Spiele des Klubs werden annulliert, das bringt die Tabelle kurzfristig etwas durcheinander, es wird aber jede Runde ein Klub spielfrei sein. Sowohl Admira Wacker als auch der SKN verlieren ihre 3 Zähler, der SKN machte zudem im frühen Samstagspiel daheim gegen den FAC mit 0:2 ebenfalls keinen. Somit war für die Südstädter angerichtet, gemäß diesem Motto lautete die Choreo „Let’s get this party started“!
Doch darauf stiegen die Kicker nicht so richtig ein, es lief dieselbe Startformation wie am Mittwoch auf. Lediglich Goalie Clemens Steinbauer ersetzte wie intern abgesprochen Jörg Siebenhandl. Sturm II holte bis dato die wenigsten Punkte der Liga, war aber wie immer ein starker und unangenehmer Gegner. Wobei den Gästen augenscheinlich die Frische fehlte, der Punch und die Leidenschaft vom Mittwoch. Warum insgesamt so wenig und so spät darauf reagiert, dazu nicht das volle Austauschkontingent erschöpft wurde, frage ich mich noch heute. Ohne eine Chance herausgespielt zu haben, gingen die Südstädter in Minute 39 per Elfmeter in Führung. Zur Pause wurde nichts verändert, dann zu spät und zu wenig, logische Folge war der verdiente Ausgleich in der 81. Minute. Ab da ging ein Ruck durch das Team, wobei Steinbauer seine Elf in der 83. Minute sensationell vor dem Rückstand bewahrte. Auf der anderen Seite wurde ein aus meiner Sicht klares Tor in Minute 90 nicht anerkannt. Ein solcher Sieg wäre aber auch höchst glücklich gewesen, völlig entgegen der Statistik von 67:33 % Ballbesitz zu Gunsten von Sturm 2.
Nun ist wie bereits erwähnt geteiltes Leid halbes Leid, auf der Heimfahrt konnten sich die Fans gegenseitig Trost spenden. Das 6. Remis der Saison fühlte sich wie eine Niederlage an, die Chance auf 2 Punkte an den SKN heranzukommen, wurde vergeben. Andererseits wurde der Rückstand nun binnen 9 Tagen und 2 Spielen halbiert – von 8 auf 4 Punkte. Doch abgerechnet wird am Ende, daher ergehe ich mich nicht in weiteren Rechenspielen. Die vielen Punktverluste gegen die Amateurteams jedoch sollten schleunigst abgestellt werden, gegen alle drei wurde remisiert, warten im Frühjahr dann Heimspiele.
Ein solches steht auch am kommenden Freitag an, wir werden den 7.11. schreiben, die Stimmung wird sicher schon weit vor Ankick um 20:30 vorfreudig und laut sein. Die Partie ist auch dem 10-Jahres- Jubiläum von Gate 2 Admira gewidmet, daher wird auch Besuch aus Klagenfurt erwartet. Den Besuch der Admira Panthers hätte sich Stockerau wohl lieber erspart, die Südstädter Youngsters siegten dort mit 6:0! Damit sorgten sie für den einzigen Sieg von Admira Wacker in dieser Woche, am kommenden Samstag (8.11., 16h) werden sie in Kilb gastieren. Und auch dort wird wie immer nicht nur das Spielfeld halbiert, sondern auch die Spielzeit in zwei Hälften. Nicht mehr halbiert werden übrigens ab der Saison 2026/27 die Punkte nach dem Grunddurchgang in der 1. Bundesliga. Das sollte auch Admira Wacker betreffen, oder etwa nicht?
Forza halbiert! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)
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