Am vergangenen Freitag ging die Reise für die Botaniker aus 2344 nach 1190. Das ist die Postleitzahl von Döbling, dort sind die Nachfolger der Rothschild’schen Gärtner daheim. Der First Vienna Football Club empfing auf der Hohen Warte Admira Wacker. Viele bekannte Gesichter, die meisten natürlich unter den eigenen Fans. Auch beim Gegner kennt der Kolumnist den einen und die andere. Aber das wird für 90 Minuten+ ad acta gelegt, da wünscht man niemandem außer dem eigenen Kub 3 Punkte. Mit aller Kraft und Stimme. Das gilt genauso für all jene, die am Spielfeld Südstadt-Vergangenheit haben. Bei Pipo Schmidt etwa, der darf gerne ein Tor schießen, solange es eines weniger ist als der Auswärtsscore. Das tat er aber eh nicht, ihm wurden nach dem Spiel Sprechchöre der Auswärtsfans gewidmet. Doch von Beginn an.
Friday I’m in Love sangen The Cure 1992. Ich beziehe darauf die Freitag-Abend-Spieltermine in Liga zwa. Am Liebsten ist mir 20h, aber auch 18h ist ok. So wie diesmal bei spätem Sonnenschein unter der Hohen Warte, auf der Hohen Warte. Dort sahen die Südstädter Fans eine an einer Position veränderte Startelf ihres Klubs. Matija Horvat fiel verletzt aus, kam nach dem Spiel auf Krücken zum Feiern. Spoiler, sorry, aber das Resultat kennen ohnehin vermutlich alle geneigten Leser:innen. Für Horvat lief Aristot Tambwe-Kasengele rechts in der Dreierkette auf. Bereits nach weniger als einer Minute pfiff der teilweise überforderte Schiedsrichter Weinberger Elfmeter für die Gäste. In dieser Situation lag der Unparteiische allerdings goldrichtig. Alexander Schmidt wurde zu Fall gebracht, den Strafstoß verwertete Turgay Gemicibasi souverän. Okungbowa hatte den Penalty verschuldet und in der 18. Minute beinahe für den Ausgleich gesorgt. Doch er traf nur die Latte, somit konnten die Südstädter ihren Vorsprung bis zur Pause verwalten, ohne selbst Gefahr zu erzeugen oder in solche zu geraten.
First Vienna FC - Admira Wacker 1:3 (0:1)
Torschützen:
2' Turgay Gemicibasi
65' Filip Ristanic
69' Aaron Sky Schwarz
Das passierte dann aber nach Seitenwechsel, nachdem Justin Forst in Minute 48. unglücklich in sehr guter Position verstolperte. Ansonsten war die Viertelstunde nach der Pause die stärkste Phase der Hausherren, die ein regelrechtes Powerplay aufzogen, Chancen im Minutentakt erzeugten. So kam es, wie es kommen musste, Vienna glich in der 62. Minute aus. Dass es nach einem Tor zu einem Spannungsabfall kommen kann, ist bekannt. Das passierte offensichtlich diesmal den Gastgebern, denn so sehr sie davor die Partie dominiert hatten, wurden plötzlich sie dominiert. Admira Wacker reagierte postwendend, vergab in Person von Justin Forst eine Minute nach dem Ausgleich die Chance auf die neuerliche Führung. Filip Ristanic machte es nach großartigem Pass von Mateo Meisl besser, stellte auf 1:2 (65.). Die Südstädter drückten weiter auf das Tempo, wollten die Entscheidung herbeiführen. Diese gelang bereits in der 69. Minute durch Aaron Sky Schwarz, der einen schlampigen Ausputzversuch optimal nutzte.
Friday I’m in Love – mit Admira Wacker, versteht sich. Flutlicht auf der Hohen Warte, ein schöner Spielstand und dann noch der Blick zur Konkurrenz. In der 71. Minute machte die 3:1-Führung Lieferings gegen den SKN die Runde, das sorgte für noch bessere Stimmung. Auch das Profi-Debüt für Sandro Steiner ab der 81. Minute war erfreulich, da hatte Alex Schmidt eine Minute zuvor an die Stange getroffen. Aber der Auswärtssieg war danach ungefährdet. Der dritte Dreier in Serie war im Übrigen der erste Meisterschaftssieg in dieser Saison, der trotz eines Gegentors gelang. Zudem schmolz der Rückstand auf den Ersten auf 5 Punkte. Im Übrigen sind die Südstädter der einzige in dieser Saison ungeschlagene österreichische Profiklub. Das ist nach 13 Spielen durchaus beachtlich.

Für das dritte optimale Ergebnis am vergangenen Wochenende sorgten am Samstag die Admira Panthers durch einen 1:0- Sieg mit dem entscheidenden Treffer gegen Fortuna Wiener Neustadt in Minute 92. Die nächste Woche wird aus Südstädter Sicht fix stürmisch. Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Klub binnen 4 Tagen gegen sowohl das Profi- als auch das Amateurteam eines Klubs Bewerbsspiele austrägt. Admira Wacker vs. Sturm Graz, Mittwoch 29. Oktober, 18h, Südstadt. Sturm Graz II vs. Admira Wacker, Samstag 1. November, 20h, Gleisdorf. SV Stockerau vs. Admira Panthers, Sonntag 2. November, 14h, Stockerau. Im Übrigen bin ich durchaus auch mit Wednesday, Saturday oder Sunday in Love. So lange dann Admira Wacker spielt.
Forza Friday I’m in Love! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)
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