Heute schon einen Satz mit x gehört? Oder war da nix? Ein Fußballspiel beginnt jedenfalls immer mit x, 0:0. So auch am vergangenen Freitag in Floridsdorf. In der Hopfengasse, wo Stripfing wieder seine Heimspiele austrägt. Zwischenzeitlich war die Anreise zu diesen aus Südstädter Sicht kürzer, nämlich in den 10. Hieb. Der 21. ist zwar weiter entfernt, aber den Fans von Admira Wacker emotional weit näher. Ich werde mich nicht in Aufzählungen der Großtaten der Bewunderten an dieser Stätte ergehen, obwohl vor 100 Jahren…..nein, die Realität sieht in der Gegenwart ganz anders aus als damals. Ein Konstrukt aus dem Weinviertel empfing ein Konstrukt, das in der Südstadt daheim ist. Wer interessiert an der Geschichte ist, weiß ohnehin Bescheid über all die zahlreichen Fusionen und Übernahmen.
SV Stripfing - Admira Wacker 0:1 (0:1)
Torschütze:
29' Nadir Ajanovic
Hier findest du den Bericht auf der Webseite von Admira Wacker!
Darum soll es heute aber nicht gehen, sondern um das letzte Spiel sowie die Fanproteste der Vorwoche. Es war die Rede vom Spiel der letzten Chance für Trainer Thomas Silberberger, das stellte sich aber nur als Gerücht heraus. Denn vor dem Spiel gab Präsident Christian Tschida ein Interview (ab Minute 07:06) in Bezug auf die Proteste, bereits davor wurde klargestellt, dass sowohl der Sportdirektor als auch der Trainer fest im Sattel sitzen. In der Startaufstellung standen diesmal mit 4 in der Südstädter Akademie ausgebildeten Spielern exakt doppelt so viele wie dem Schnitt der vorangegangenen 10 Saisonspiele (2). Einer von ihnen war Nadir Ajanovic, der übrigens nicht sein Startelfdebüt gab, das betraf nur die aktuelle Spielzeit. Er schloss eine ordentliche knappe erste halbe Stunde mit einem Traumtor zum 0:1 ab (29.).
Danach bauten die Gäste eher ab, bis zur Halbzeit kamen sie zusehends unter Druck. Nach dem Seitenwechsel wurde besser verteidigt, kaum Chancen der Hausherren zugelassen. Andererseits kam auch wenig, um das Spiel mit dem 2. Treffer vorzeitig zu entscheiden. Am Nächsten dran war Filip Ristanic in der 74. Minute, als er die Stange traf. Danach bettelten die Südstädter regelrecht um den Ausgleich, doch die Stripfinger wollten diesen nicht erzielen. Damit blieb es bei der interessanten Liga 2-Serie: Wenn Admira Wacker keinen Gegentreffer erhält, wird gewonnen (4x), bei einem Gegentreffer endet das Spiel remis (5x). Den ersten Sieg seit Ende August feierten die Fans mit dem Lied, damit war auch klar, dass man seit über 3 Monaten ungeschlagen ist und das auch zumindest bis zum 17. Oktober bleibt. Das ist insofern wichtig, als dieses Datum den Geburtstag der Admira markiert. An diesem Tag wird es auch eine Festveranstaltung geben, die von den Fans initiiert wurde. Wie die Choreo vor dem Spiel, bei der auch der Spaß nicht zu kurz kommen durfte (siehe Foto). Weitere Spruchbänder sind hier nachzulesen.
Schon diese Woche werden Fanvertreter vom Verein eingeladen sein, ins Gespräch zu kommen. Das bereits lange gesucht, aber nicht gefunden wurde. Auch deshalb sahen es die Vertreter der meisten Fanvertreter und Fanmedien als ihre Pflicht, mit ihren Sorgen und Sichtweisen an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn Fans sind nicht nur dazu da, um im Stadion Stimmung zu machen. Fanproteste gibt es wohl beinahe überall, aus diversesten Gründen. Aus meiner Sicht ist es im Fall von Admira Wacker nicht notwendig, darauf hinzuweisen, dass im Zuge dessen kein Platz für Beleidigungen oder persönlichen Diffamierungen ist. Denn das ist nicht Südstädter Style, in keiner Silbe der Aussendung kommt es zu solchen Handlungen. Deshalb verwundert viele auch die Reaktion darauf, vor allem jene des Trainers, der von einem „Scheißdreck“ sprach. Es wäre durchaus angebracht, wenn der Präsident eher seinen Abteilungsleiter zur Mäßigung aufrufen würde als die Fans, die im Vergleich mit anderen Klubs sehr dezent zur Sache gehen.
Darum geht es ihnen auch, nämlich um die Sache. Faktenbasiert auf Veränderungen im Klub hinzuweisen, die aus Sicht der Fans falsch laufen. Ihnen liegt der Verein am Herzen, üben konstruktive Kritik, sie sind immer bereit, auch ihren Teil beizutragen. Mit Ideen und Taten, so wurde das auch kommuniziert. Da gibt es sehr viel positives Potenzial, viel Erfahrung damit, wie dieser Verein tickt. Andererseits ist es auch völlig legitim, wenn der Vorstand der Südstadt Fanatics sich diesem Fanprotest nicht anschließt, anderer Meinung ist. Ich bin grundsätzlich immer positiv gestimmt, auch was die weitere Zusammenarbeit im Verein betrifft. Aktuell bin ich aber auch realistisch genug, um mir keine grundsätzliche Richtungsänderung zu erwarten. Die Kritik betrifft ja nicht nur den sportlichen Bereich, sondern auch viele Punkte im organisatorischen und strukturellen Bereich, der Ausrichtung des Klubs. Dessen DNA in Nachwuchs und Akademie liegt, das kann man gar nicht müde werden, auszuführen. Denn wozu leistet man sich dieses teure Tool, wenn dann keine Durchlässigkeit zur Kampfmannschaft besteht? Das von Ralf Muhr angesprochene Leistungsprinzip sollte bei Admira Wacker immer bedeuten, dass ein extern geholter Spieler stärker sein muss als ein selbst ausgebildeter. Klar ist es Sache das Präsidenten, wem er vertraut, wie er sein Geld ausgibt – wofür ihm auch die Fans absolut dankbar sind – aber diesbezüglich Kritik und Verbesserungsvorschläge anzunehmen, das kann ja nicht wirklich schaden.
Ein gutes Beispiel dafür ist das drohende Ende des Grabes von Toni Schall. Dazu wurde der Klub informiert, erst knapp einen Monat später gab es dazu eine Reaktion. Die richtig und wichtig ist, doch initiiert wurde auch das wieder von den Fans, ohne sie würde das Grab des erfolgreichsten Admiraners der Vereinsgeschichte eben genau auch bald Geschichte sein. Aber auch der ÖFB hat sich bis jetzt nicht beeilt, einen höchst verdienstvollen Spieler des Wunderteams entsprechend zu würdigen und ein Ehrengrab zu organisieren. Der ÖFB ist auch Hauptakteur in den kommenden Tagen, es werden zahlreiche Länderspiele abgehalten werden. In erster Linie jene des Herren- A- Teams, das am kommenden Donnerstag (20.45) in Wien auf San Marino treffen wird, am Sonntag (ebenfalls um 20.45) wird Ralf Rangnicks Elf in Rumänien antreten. Mit dabei u.a. Marcel Sabitzer und Stefan Posch, die bekanntlich in der Südstädter Akademie ausgebildet wurden. Die Ex-Admiraner Sasa Kalajdzic und Muhammed Cham stehen auf Abruf bereit.
Auch in der Südstadt wird in dieser Woche gekickt, die Admira Panthers werden nach ihrem 4:2 – Auswärtserfolg gegen Ortmann/Oed-Waldegg am Samstag um 15h den ASK Ebreichsdorf empfangen.
Forza Fanproteste! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)
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