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Die Bewunderte(n)

Vor nicht allzu langer Zeit lehrten die Fußballer aus der Südstadt praktisch jedem Gegner in Österreich das Fürchten. Was aus meiner Sicht durchaus immer weiter so laufen hätte können. Egal, welches Team mit welchem Trainer, vor allem die Reise in das Bundesstadion war für alle unangenehm. Jede Mannschaft der Bundesliga musste dort regelmäßig Federn lassen. Aber auch auswärts war der südlich von Wien beheimatete kleine Klub immer wieder für Überraschungen gut. Natürlich auch in Wien, speziell als die „Großklubs“ in den Prater auswichen. In der aktuellen Saison holte die Elf von Thomas Silberberger in der Bundeshauptstadt 2 Punkte. Einen gegen die Zweitvertretung der Violetten, am vergangenen Freitag einen gegen jene der Grünen. Beide Spiele hätten durchaus verloren gehen können.

 

Das ist vor allem für ältere Semester unter den Fans frustrierend und enttäuschend. Für die jüngeren Leute unter ihnen ist es zwar auch nicht optimal, aber eher normal, gegen jeden Kontrahenten verlieren zu können, auch in Liga zwa. Sie kennen es eben nicht anders. Um so bewundernswerter sehe ich ihren Einsatz, ihre Passion für den Klub. Wie viel Zeit und Energie sie einsetzen, um für gute Stimmung zu sorgen. Daheim und auswärts, beim Erstellen von Choreos, Spruchbändern, Fanartikeln und ihrer Kreativität generell. Sie werden auch niemals müde, den Verantwortlichen Ideen zu liefern, wie es in vielen Bereichen des Vereins besser gemacht werden könnte. Dafür hat Gate 2 Admira meinen Respekt. Und Dankbarkeit dafür, dass sie unter anderem auch dafür verantwortlich sind, dass bei mir das Feuer nicht so bald erlischt.

Logo Rapid II
Logo Admira Wacker

Rapid Wien II - Admira Wacker 2:2 (1:0)

 

Torschützen:

53' Filip Ristanic

90' Christopher Olsa

Denn alleine wegen der sportlichen Darbietungen ist es in den letzten Jahren eher nicht gut argumentierbar, Spiele von Admira Wacker zu besuchen, geschweige denn, viele Auswärtskilometer zu machen. Zu viele negative Erlebnisse gab es, zu viele Enttäuschungen. Wie etwa letzte Woche in Hütteldorf mit einer der schwächsten Leistungen in dieser Saison. Dafür wäre die Latte aber ohnehin nicht allzu tief gelegen. Doch vor allem die erste Halbzeit war eine Offenbarung an mangelndem Mut und mangelnder Spielkultur. Mit dem ersten Schuss in der 44. Minute, dem ersten Torschuss erst in der Nachspielzeit. Da lagen die Südstädter bereits durch einen Freistoßtreffer in Minute 18 in Rückstand. Den sie dann aber mit einer etwas engagierteren Leistung in Durchgang 2 in Person von Filip Ristanic (53.) ausgleichen konnten. Danach flachte die Leistung wieder ab, der erneute Rückstand in der 72. Minute brachte dann aber die wohl beste Phase der Gäste.

 

Christopher Olsa hatte nach seiner vergebenen Last-Minute-Chance gegen Bregenz versprochen, das nächste Mal zu treffen. Und hielt in der 90. Minute Wort. Doch das war noch nicht das Ende, Felix Holzhacker traf in der Nachspielzeit spektakulär zum 2:3. Der überforderte Referee sah ein Foul, pfiff dieses und das Spiel ab. Damit gab es beim Comeback von Kapitän Lukas Malicsek wieder kein Sieges-Lied, erneut nur einen Zähler gegen einen Tabellennachzügler. Admira Wacker ist weiterhin ungeschlagen (3-4-0), was einige Fans zur Aussage „ungeschlagen Meister“ veranlasste. Andere wiederum erwiderten dies mit der Replik „erstes ungeschlagenes Team, das nicht Meister wird“. Wenn man in frustrierenden Momenten den Humor als Rettung hat, dann ist man auch bewundernswert. Dazu passend ein sogenannter „Fun Fact“: Wenn Admira Wacker in dieser Meisterschaft ein Tor erhält, siegt das Team nicht, spielt remis, das war 4mal der Fall. Wenn die Null hingegen steht, dann gab es dreimal Siege. Im Cup gelten andere Gesetze, da wird übrigens Meister Sturm im Oktober (28., 29. oder 30.) in die Südstadt reisen.

Der Sektor war trotz bescheidener Leistungen gut gefüllt
Die Fanszene von Admira Wacker erinnert an die Erhaltung des Grabes von Anton Schall

Ebenfalls mit einem enttäuschenden Remis reisten die Admira Panthers von ihrem Spiel in Langenrohr ab. Sie führten bereits mit 2:0, mussten sich am Ende mit einem 3:3 begnügen. Ihr nächstes Spiel wird am Samstag (27.9., 15h) in Traiskirchen stattfinden. Die erste Elf empfängt bereits einen Tag davor (26.9., 18h) die Lustenauer Austria. Wie per Spruchband in Wien wird auch bei diesem Spiel wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Grab von Admira-Legende Toni Schall gerettet werden muss. Er war 7mal Meister, 4mal Cupsieger und 5mal Torschützenkönig, Mitglied des Wunderteams und ein wichtiger Bestandteil jener Elf, die dem Vereinsnamen „Die Bewunderte“ auch sportlich Ausdruck verlieh. Heute sind eher die Fans des Klubs die Bewunderten.

 

Forza die Bewunderte(n)! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

 

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Kommentare: 2
  • #1

    EIDENBERGER Klaus (Donnerstag, 25 September 2025 10:32)

    Man hat leider nicht den Eindruck, dass Herr Silberberger einen engagierten Trainer abgibt! Es sind kaum Anweisungen bzw. Kommunikation in der Coaching Zone zu beobachten! Es plätschert eben nur so dahin, sowohl das Spiel als auch das Engagement des Sogenannten! Vielleicht ist man ja gedanklich eher bei Sky als Zweitjob, wer weiß ? Traurig zu sehen , dass kein Feuer � im Spiel ist, obwohl durchaus Potential in der Mannschaft wäre! Woran das wohl liegen mag?

  • #2

    Matthias Schwaiger (Donnerstag, 25 September 2025 13:29)

    Ja, Klaus, diesen Eindruck haben schon viele Beobachter gewonnen. Und in der Tat ist es traurig anzusehen, wie alles momentan abläuft. Woran das liegt, kann ich leider auch nicht sagen. Danke jedenfalls für Deine Einschätzung und Deinen Input.

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