Dem Stockholm Special folgt logischerweise der entsprechende Reisereport. Und nicht nur dieser, die Kurvenlage bietet dieses Mal sogar zwei Reiseberichte. Am Tag nach dem 3:0-Auswärtserfolg im Cup gegen Weiz ging es aus dem kühlen, verregneten Österreich nach Schweden, wo so gar kein typisch nordisches Wetter, sondern strahlender Sonnenschein herrschte. Mit der Tunnelbana stracks in den Süden Stockholms, in der Nähe der 3- und der Avicii-Arena (Globen) wurde ein kleines Häuschen mit Garten am Stadtrand bezogen. Riesenvorteil: Jemanden zu kennen, der in Stockholm lebt und die Stadt gut kennt. Der Abend des ersten Tages wurde mit einer kleinen Tour durch das hippe Södermalm und anschließendem Abendessen verbracht.
Die Kulinarik des Landes erfüllte alles, das ich mir erwartet habe – und das auf sehr hohem Niveau. Qualitativ und preislich. „Da fahr‘ ma eine in’s G’sparte“, könnte man sagen. Köttbullar & Smörgasbord, eh klar, Elch- und Rentierspezialitäten, mit diversen köstlichen Beilagen. Das wurde für meinen Geschmack übertroffen durch die klassischen Fischgerichte – Krabbensandwich, Toast Skagen, gebratener Hering, Graved Lachs, Fish & Chips, Garnelen und vieles mehr in Begleitung köstlicher Saucen und Zuspeisen. Dazwischen war auch noch Platz sowie Zeit für die eine oder andere Fika, wie die Jause bestehend aus Kaffee und Mehlspeise genannt wird. Da passt natürlich die Kaneelbulle (Zimtschnecke) hervorragend dazu.
Die vielen Kalorien verbraucht man mit der Erkundung der Stadt per pedes. Nichts ist all zu weit entfernt in der Stadt der Inseln und Brücken, notfalls helfen Tunnelbana oder Tram. Gamla Stam, die Innenstadt, ist sehr touristisch, aber trotzdem interessant. Etwa das königliche Schloss, das Nobel-Museum, zahlreiche Kirchen sowie das Ensemble der City insgesamt. Einen Teil davon kann man bei einem Spaziergang auf dem Monteliusvägen mit Blick in den Riddarsfjärden erblicken. Wem das Wetter wohl gesonnen ist, die muss nicht notgedrungen in die überdachten Räume eines Museums ausweichen, sondern kann etwa das weitläufige Areal des „Skansen“ erkunden. Dabei handelt es sich um ein Freiluftmuseum mit Menschen in Tracht und historischen Bauten des Landes, dazu werden auch Fauna und Flora des Nordens ausgiebig präsentiert. Die Verpflegung ist landestypisch, köstlich, ein ganzer Tag vergeht dort wie im Nu.



Das Skagen liegt auf der Museums-Insel Djurgarden, wie auch das ABBA-Museum, das Junibacken (Thema: Astrid Lindgrens Schaffen) sowie das Nordische-, das Wikinger-, das Wrack- und das Spritmuseum. Am Beliebtesten ist zu Recht das Vasa-Museum, das sich mit dem gleichnamigen 1628 bei seiner Jungfernfahrt gesunkenem Schiff befasst. Höchst interessant und empfehlenswert wie die ganze Stadt. Aus Djurgarden stammt der gleichnamige Fußballklub, der seine Heimspiele allerdings wie Stadtrivale Hammarby in der 3Arena austrägt. Der kleine Verein Brommapojkarna kickt im Stadtteil Bromma, während AIK in Solna beheimatet ist.
In der Strawberry Arena schaute ich mir das Spiel gegen Östers Växjö an. Gut 23 000 Menschen sahen ein schwaches Spiel ohne Tore, mit sehr starkem Support der Heimfans. Eskalation pur ist ein Hilfsausdruck, dem nordischen Stereotyp absolut nicht entsprechend. Aus dem etwa 4 Stunden entfernten Växjö kamen an die 100 Fans in die Hauptstadt, sie entführten mit dem 0:0 einen Punkt. Was den AIK-Fans eher nicht behagte, teilweise pfiffen sie ihr Team aus, die Nordkurve wies die Mannschaft nach dem Spiel weg von ihrer Tribüne. So etwas ist mir eher nicht verständlich, wie das Anspruchsdenken „großer“ Hauptstadtklubs generell. Deshalb sympathisierte ich eher mit den in rot-schwarzen Dressen spielenden Gästen, dem Underdog. Aber insgesamt war es mir relativ egal, ich hätte gerne Tore gesehen, ein Spektakel. Dafür entschädigte der abwechslungsreiche und lautstarke Support der AIK-Ultras.
Aber mein Puls steigt nur, wenn Admira Wacker spielt, das war dann einen Tag nach der Rückkehr aus Schweden wieder der Fall. Doch zum Abschluss der Stockholm-Reise durfte ein Ausflug in die Schären nicht fehlen. Mit dem Schiff ging es durch den Archipel zur Insel Sandhamn. Bei strahlendem Sonnenschein genoss ich ein Bad in der kühlen Ostsee mit traumhaftem Panorama und – erraten, mit wiederum köstlicher Verpflegung. Doch jeder Urlaub geht einmal vorbei und so auch dieser.
Kapfenberger SV - Admira Wacker 0:2 (0:0)
Torschützen:
69' Turgay Gemicibasi
83' Filip Ristanic
Aus Hej! wurde wieder Servas! – willkommen daheim in der Südstadt. Von dort aus ging es am Freitag nach Kapfenberg. Scheinbar öffnet der Himmel dort gerne seine Schleusen, wenn Admira Wacker zu Gast ist. Im Dezember schneite es bei der Kür zum Winterkönig heftig, diesmal gab es strömenden Regen. Der bei der Anreise im schönen Semmeringgebiet einsetzte. Dort gab es auf der Heimreise noch ein wunderbares Abendrot und Dunstfelder, die aus den Bergen aufstiegen. Romantik pur, könnte man meinen, mit den Ohrwürmern vom vergangenen Spiel.
Toller Support vor Ort, mehr als 100 Mitgereiste im Auswärtsblock machten gute Stimmung und Laune. Die setzte dann in der 70. Minute so richtig ein, Elfmeter nach Handspiel, diesen verwertete Turgay Gemicibasi. 12 Minuten danach assistierte er per Ecke Filip Ristanic, der mit dem Kopf das 0:2 erzielte. Der KSV präsentierte sich nicht so stark wie in der Vorsaison, die er als 3. unmittelbar hinter den Südstädtern abgeschlossen hatte. Denen die erste Viertelstunde ganz klar gehörte, da wurde ordentlich Druck aufgebaut. Danach stellte sich Kapfenberg besser auf die Gäste ein, ließ nur wenig gegen immer weniger variable Admiraner zu. Die wiederum taten sich schwer – bis zur 70. Minute. Am Ende revanchierten sie sich für die Auftaktniederlage der Vorsaison, kamen ihrerseits zu einem Auswärtserfolg.
Der gebührend gefeiert wurde – weitergehen soll die Party bei der Matinée am kommenden Sonntag gegen Amstetten in der Südstadt (10.30). Im Beisein des neuen Geschäftsführers Bernhard Schmidt, vermutlich auch mit einer neuen Social Media-Managerin, die bereits bei ihrem ehemaligen Klub in Kapfenberg für Admira Wacker debütiert hatte. Ihr Engagement ist allerdings ebenso wenig offiziell wie jenes des neuen Stadionsprechers nach dem Abgang von Pascal Starka. Vielleicht wird es im Lauf der Woche dazu noch Informationen geben. Ebenfalls im Lauf der Woche sollte man sich das ABO für die Saison sichern, online oder im Fanshop (Dienstag und Donnerstag 12:00 – 19:00, Freitag:9:00 – 13:00). Ich hoffe, meine zwei Reiseberichte waren halbwegs informativ und unterhaltsam, man sieht sich im Stadion oder liest die Kurvenlage immer ab Montag um 19:05.
Forza zwei Reiseberichte! Forza Südstadt Fanatics! Forza Admira Wacker! (ms)

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